Neunter Vortrag

GA 104/1908-06-26/p018 ·1908-06-26 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Klar müssen wir uns sein darüber, daß die Blutsbahnen, die heute im Menschen sind, nichts anderes sind als die Fortsetzungen von Strömungen, die in dem alten Erdenzustand die ganze Erde durchdrangen. Ebenso die Nervenbahnen: alles, was Sie als Nerven haben, erhielt seine Fortsetzung hinaus in die Mutter Erde. Das ist gleichsam jetzt herausgeschnitten von dem, was die ganze Erde als Nerven durchströmte. Und ebenso die anderen Glieder der menschlichen Wesenheit. Herausgeboren aus der Mutter Erde ist der Mensch. Was heute abgeschlossen ist im Menschen durch seine Haut, ist hineingezogen in ihn aus der ganzen Erde. Aus der Erde ist des Menschen Wesenheit genommen und hineingezogen in ihn. Der Mensch war, bevor er Menschensohn wurde, ein Erdensohn. Und «Erdensohn» heißt eigentlich «Adam». Alle diese alten Namen weisen auf bedeutsame Geheimnisse hin. Wenn wir uns aber dessen bewußt sind, so werden wir begreifen, daß die Erde, bevor auf ihr der sichtbare Mensch entstand, schon alle Kräfte dieses sichtbaren Menschen in sich enthielt. Bevor der Mensch ein Mensch wurde, war die Erde die Trägerin aller menschlichen Kräfte. Die Erde ist also die Gebärerin des Menschengeschlechtes. Ebensowenig wie Sie sich denken können, daß aus der heutigen steinernen Erde jemals der Mensch entspringt, ebensosehr konnte der Mensch entspringen aus der Erde, als sie noch ein Lebewesen war. In der lemurischen Zeit ist das vor sich gegangen, was wir mit wenigen Worten andeuten konnten.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/104/1908-06-26/p018.json
Cite: GA 104/1908-06-26/p018 · edition original