Elfter Vortrag
Wenn Sie nun in Betracht ziehen, daß 171 noch zukünftige Formzustände zu den bereits verflossenen hinzugezählt werden müssen, dann haben Sie 342, ein weiterer dazu, der gegenwärtige, gibt alle 343, aber in diesem leben wir drinnen, er steht in der Mitte. Nun kann jemand sagen: Das ist eigentlich eine ganz wunderbare Sache, daß wir gerade das Glück haben, in der Mitte der Weltentwickelung zu leben. — Das muß in der Tat manchem, der nicht weiter darüber nachdenkt, als sonderbare Tatsache erscheinen, daß wir so mitten in der Entwickelung leben. Ja, für denjenigen, der die Sache ganz durchschaut, ist es gar nicht so sonderbar. Es ist nicht wunderbarer, als wenn jemand, der auf freiem Felde in ebener Gegend steht, wo er nach hinten und vorn gleich weit sieht, sich in der Mitte des Gesichtsfeldes befindet. Wenn er ein Stück weitergeht, blickt er wieder gleich weit nach hinten und nach vorne. Ganz andere Zustände in der Weltentwickelung würden sich ergeben, wenn wir uns an einen anderen Punkt stellen würden. Wir sind immer in der Mitte. Der Mensch kann nach hinten und vorne immer gleich viel sehen, auch mit noch so hellseherischen Organen. Etwas anderes könnte vielleicht noch auffällig sein. Es könnte jemand sagen: Wie kommt es, daß du uns nicht sagst, auch im übrigen seien wir ganz genau in der Mitte. Denn jetzt stimmt es nicht mehr. Wir zählen da den 172. Formzustand. Die genaue Mitte wäre im vierten Zeitraum desselben, wit stehen aber im fünften, also etwas über der Mitte draußen. Das stimmt also nicht genau damit, daß wir wirklich in der Mitte sind. — Da liegt eine eigentümliche Tatsache zugrunde. Durch einen Vergleich können Sie es sich klarmachen. Wenn Sie ihn genau erfassen, so sehen Sie, daß das eine wichtige Tatsache ist. Es ist wirklich so: In bezug auf die großen Hauptzustände, Formzustände stehen wir in der Mitte, aber in bezug auf diejenigen Zustände, die uns am allernächsten angehen, stehen wir etwas über die Mitte hinaus. Warum ist das so?
Cite:
GA 104/1908-06-29/p012 · edition original