Elfter Vortrag

GA 104/1908-06-29/p014 ·1908-06-29 · original (original)
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Nun fragen wir: Ist das wirklich so, daß der Mensch von der Mitte seiner Entwickelung bis in unsere Zeit herein geschlafen hat? — Es wäre uns vielleicht erklärlich, daß das Bild bis dahin vollständig stimmen mußte, jetzt, wo wir über die Mitte hinausgekommen sind, würde, wenn wir geschlafen hätten, es möglich sein, daß das Bild sich ein Stück verschoben hat. Hat der Mensch geschlafen? Im okkulten Sinn hat die Menschheit seit der Mitte der atlantischen Zeit geschlafen, weil das die Zeit ist, wo dem ganzen Menschengeschlecht als solchem abhanden gekommen ist das alte dämmerhafte Hellsehen. Die Menschen tauchen unter für das Geistige wie in einen Schlafzustand. Sie fangen an, ihren Blick auf die sinnliche Welt zu richten und gehen also für die geistige Welt in einen Schlafzustand über. Und erst wenn der Mensch wiederum das Hellsehen erlangt hat, dann wird er sozusagen nach allen Seiten einen freien Ausblick haben. Es wird nicht mehr diese Verschiebung der Evolution sein, es wird nach vorne und hinten dieselbe Strecke erscheinen. Tatsächlich hat der Mensch seit der Mitte der atlantischen Zeit geschlafen dadurch, daß er nicht teilhaftig war der Anschauung der geistigen Welten als normaler Mensch. Wenn wir von den Eingeweihten oder auch von Somnambulen meinetwegen absehen, so müssen wir sagen: Die Menschen sehen nicht, denn «sehen» bedeutet, wirklich in die Welt hineinschauen. — Gegenüber der geistigen Welt schläft die Menschheit und sie wird noch eine Zeitlang schlafen. Seit jener atlantischen Zeit gilt der Ausspruch des Johannes-Evangeliums: «Und das Licht schien in die Finsternis, aber die Finsternis hat es nicht begriffen.»

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