Zwölfter Vortrag
Nun schauen wir einmal hin auf diese Menschenzukunft. Die Erde vergeistigt sich, das heißt der Mensch muß etwas vollständig verlieren, was er jetzt in seinem physischen Dasein als zu ihm gehörig betrachtet. Wir können uns ein Bild davon machen, was da mit dem Menschen geschieht, wenn wir schon den gewöhnlichen Verlauf seines Lebens nach dem Tode betrachten. Der Mensch verliert den physischen Leib nach dem Tode. Diesem physischen Leibe ist es zuzuschreiben, daß der‘ Mensch Begierden und Neigungen hat, die sich an das gewöhnliche Leben knüpfen, und wir haben es geschildert, was der Mensch nach dem Tode erlebt. Nehmen wir einen Menschen an, der irgendeine leckere Speise besonders liebte. Im Leben kann er sich den Genuß verschaffen, nach dem Tode nicht. Die Begierde hört aber nicht auf, denn sie hat nicht im physischen, sondern im Astralleib ihren Sitz. Weil nun aber das physische Werkzeug fehlt, so fehlt auch die Möglichkeit, diese Begierde zu befriedigen. Solche Menschen schauen im Kamaloka hinunter in die physische Welt, die sie verlassen haben, sie schauen da, was ihnen jetzt noch Genuß machen könnte von alledem, was unten auf der physischen Welt ist, aber sie können es nicht genießen, weil sie kein physisches Instrument dazu haben, und dadurch kommt jener brennende Durst in sie. So ist es mit allen Begierden, die im Menschen geblieben sind nach dem Tode und die hingeordnet sind nach der physischen Welt, weil sie nur durch physische Werkzeuge befriedigt werden können. So ist es jedesmal nach dem Tode: Der Mensch sieht jedesmal seinen physischen Leib abfallen, und dadurch, daß ihm von diesem physischen Leib etwas geblieben ist, dadurch drängt es ihn noch hin zur gewöhnlichen Welt unseres physischen Planes und es wird, bis er sich das abgewöhnt hat in der geistigen Welt, für ihn die Zeit der Begierdenglut da sein.
Cite:
GA 104/1908-06-30/p022 · edition original