Zwölfter Vortrag

GA 104/1908-06-30/p034 ·1908-06-30 · original (original)
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Was hat also der Apokalyptiker schreiben wollen, was hat er darstellen wollen? Diese Frage beantwortet sich uns damit, daß wir kurz hinweisen auf den Ursprung der Apokalypse. Wo ist zuerst enthalten das, was in der Apokalypse geschrieben ist? Könnten Sie zurückgehen in die Mysterien des alten Griechenlands, in die Orphischen, die Eleusinischen Mysterien, zurückgehen in die Mysterien der alten Ägypter, Chaldäer, Perser und Inder, allüberall würden Sie die Apokalypse finden. Sie ist vorhanden gewesen, sie war da. Sie war nicht geschrieben, aber sie lebte von Priestergeneration zu Priestergeneration, durch die Generationen der Initiatoren hindurch, wo das Gedächtnis so lebendig war, daß man so reiche Stoffe bewältigen konnte. Das Gedächtnis war ja auch in viel späteren Zeiten noch weit besser als bei uns. Man erinnere sich nur an die Sänger der Iliade, wie sie herumgezogen sind und aus dem Gedächtnis ihre Gesänge singen konnten. Es ist verhältnismäßig noch nicht so lange Zeit, daß das Gedächtnis so sehr zurückgegangen ist. In den Mysterien wurden diese Wahrheiten nicht aufgeschrieben, aber sie lebten von Generation zu Generation der Initiatoren.

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Cite: GA 104/1908-06-30/p034 · edition original