Fünfter Vortrag

GA 104a/1909-05-14/p006 ·1909-05-14 · original (original)
Record: listeners' notes. Written from listeners' notes, summaries, or memory rather than a shorthand transcript. The wording is the note-taker's as much as Steiner's: weigh a single striking phrase here far more cautiously than the same phrase in a stenographic volume, and do not rest an argument on one word. Evidence: «Teilnehmeraufzeichnungen von vier Vorträgen» (Participants' records of four lectures). Rudolf Steiner Verlag Gesamtverzeichnis 2022, volume subtitle. The translation is the maintainer's, not a published one.

In dem Sinne, wie es heute eine Wissenschaft gibt, gab es noch keine in den ersten Zeiträumen unserer Kultur. Der Mensch wird erst allmählich ein Suchender in den Gebieten jener Wissenschaft, die selbständig sucht in der äußeren Welt. Deshalb gibt es erst von Thales an etwas wie eine Wissenschaft. Von einer morgenländischen Philosophie zu sprechen, ist eine Abstraktion. Diejenigen, die mit Thales haben anfangen lassen die Wissenschaft, haben recht gehabt; vorher war sie immer inspiriert, herausgeboren aus den Mysterien. So war es bei Heraklit, der noch inspiriert war von der alten Mysterienweisheit. Von ihm wird uns gesagt, daß er sein Buch auf dem Altar der Göttin zu Ephesos opferte.

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