Fünfter Vortrag
So kam der Mensch in den fünften Zeitraum mit einer äußeren Wissenschaft hinein, die gerade im 13. und 14. Jahrhundert anfing, ihren größten Aufschwung zu nehmen. Wir sehen das zum Beispiel bei den Scholastikern. Da erleben wir die Morgenröte der neuen Wissenschaft, die aber ganz gefesselt ist an die Sinneswelt, die auch nicht einen Schritt hinaus kann über die Sinneswelt. Und so sehen wir, wie die Spaltung auftritt zwischen Glauben und Wissen. Eine Hindeutung auf ein Geistiges, das hinter der Sonne steht, hatte Augustinus nicht verstehen können; er hatte den Manichäismus nicht verstanden, weil dort von dem Sinnenschleier gesprochen wird, der über das Geistige gebreitet ist. Glauben konnte er an den Christus, der in den physischen Menschen herabgestiegen ist. Aber Glauben und Wissen hatten sich damals schon ganz und gar gespalten. Alle Gläubigen, die auf der mittelalterlichen Wissenschaft fußten, wollten Glauben und Wissenschaft ganz und gar getrennt haben. Schematisch können wir uns das klarmachen, wie das, was sich von der griechisch-lateinischen Zeit fortsetzt, nur auf das äußere Physische geht. Die Menschheitsentwickelung geht dabei so, daß wir jetzt wieder das Wissen erleben, das gepflegt wurde im chaldäisch-ägyptischen Zeitraum, nur durchleuchtet und durchgeistigt von dem Christus-Impuls. Da sehen wir überall in Europa alte ägyptische Weistümer auftauchen, aber durchleuchtet vom Christus-Prinzip. In unserer Zeit wird der Mensch nur immer bewußt und bewußter dies in sich aufnehmen können durch die rosenkreuzerische Lehre.
Cite:
GA 104a/1909-05-14/p010 · edition original