{"corpus":"steiner","locus":"GA 105/1908-08-04/p013","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Die Erinnerung an jene uralte Weisheit und Erfahrung wurde herübergetragen mit den Auswanderern, die nach Osten zogen; und aus diesen Erinnerungen, in Verbindung mit einer ganz bestimmten Konstitution des Ägyptervolkes, die wir noch genau kennenlernen werden, bildete sich innerhalb des alten Ägyptens die Zuversicht heraus, daß im Menschen ein Geistiges und damit ein Ewiges lebe, daß, wenn der Leib als Leichnam daliegt, er verlassen ist von einem Göttlich-Geistigen. Das drückte sich in den mannigfaltigsten Bildern und Mitteilungen aus, die der ägyptische Priester dem Volke gab. Aber das war nicht etwa eine abstrakte Wahrheit für die alten Ägypter, das war für sie eine Wahrheit, die unmittelbar von ihnen erlebt wurde. Lassen Sie uns charakterisieren, was der Ägypter empfand. Er sagte sich: Ich sehe den Leichnam hier liegen, den Staub von dem Menschen, der der Träger eines Ich war; ich weiß, denn aus uralter Überlieferung weiß ich es, aus den Erlebnissen meiner Vorfahren weiß ich es, daß da etwas bleibt, was in andere Welten geht. Das würde seine Aufgabe nicht erfüllen, so sagte der alte Ägypter, wenn es einzig und allein in jener geistigen Welt lebte; es muß ein Anziehungsband geknüpft werden zwischen der Welt des Geistigen und der Welt des Irdischen, Physischen. Wir müssen sozusagen ein magnetisches Band haben für die Seele, die im Tode in höhere Regionen zieht, um in ihr ein dauerndes Gefühl zu erregen, auf daß sie wieder zurückkehren und erscheinen kann auf dieser Erde.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Erster Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-08-04","location":null,"word_count":237,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-04/p013","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-04/p013"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/105/1908-08-04/p013","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}