Dritter Vortrag

GA 105/1908-08-06/p016 ·1908-08-06 · original (original)
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Und nun werden Sie begreifen, wie diese Dinge praktisch werden können. Denken Sie sich einen Menschen der fernen Zukunft, der das, was eben gesagt worden ist von den sehnsüchtigen Wünschen der Pflanzen, die Sonnenseele einzusaugen, einer jeden Pflanze gegenüber empfindet. Dieser Mensch wird auf einer höheren, spirituellen Stufe etwas haben, was das Tier auf einer niedrigen Stufe hat, wenn es über eine Weide geht und die Pflanzen, die ihm gerade taugen, abpflückt und die anderen stehen läßt. Ein unbewußter Instinkt, das heißt in Wirklichkeit höhere Geister, lenken das Tier. In bewußter Weise wird der Mensch der Zukunft sich den Pflanzen nähern, die ihm taugen; nicht wie heute, wo er nachdenkt, was die beste Substanz für seinen Leib gibt, sondern einen lebendigen Bezug wird er haben zu jeder einzelnen Pflanze, denn er wird wissen, daß, was die Pflanzen eingesogen haben, auch als solches in ihn übergeht. Das Essen wird nicht eine niedrige Beschäftigung für ihn sein, sondern etwas, was mit Seele und Geist vollbracht wird, weil er wissen wird, daß alles, was er verzehrt, die äußere Gestalt für ein Seelisches ist. Für unsere Zeit, für unser Zwischenzeitalter, wo die Menschen nicht so viel wissen können von den lebendigen seelischen Beziehungen zwischen sich und der Welt, mußten allerlei Surrogate geschaffen werden. Warum haben zu allen Zeiten die Eingeweihten den Menschen dazu angehalten, zu beten vor dem Essen? Das Gebet sollte nichts anderes sein als eine Dokumentierung dafür, daß beim Essen ein Geistiges in den Menschen einfließt. So sehen wir die Empfindungs- und Gefühlswelt eine andere werden, wenn der Mensch wirkliche Weisheit in sich aufnimmt. Mit einer Sicherheit, wie auf niederer Stufe der Instinkt des Tieres, wird der Mensch in strahlender, heller Klarheit wissen, was er tut; er wird es wissen, weil er die Seele dessen erkennen wird, was er mit sich vereint. Selbst bis in dies Gebiet hinunter können wir verfolgen, welch einen praktischen Wert die Geisteswissenschaft für die Zukunft hat.

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