Dritter Vortrag

GA 105/1908-08-06/p018 ·1908-08-06 · original (original)
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Aber wir können noch weitergehen. Wir haben die vier Reiche gefunden: Mineral-, Pflanzen-, Tier- und Menschenreich. Aber damit ist es nicht zu Ende. Das sind nur diejenigen Reiche, welche der Mensch in seiner normalen Entwickelung sehen kann. Wir haben schon früher darauf aufmerksam gemacht, daß der Mensch zum Beispiel in der atlantischen Zeit Genosse von solchen Wesenheiten war, die nur einen Ätherleib als dichtestes Gebilde hatten. Das, was als Erinnerung geblieben ist in den Sagen der Völker, die Gestalten eines Zeus, eines Apollo, sie waren wirkliche Gestalten für die alten Atlantier; während des Schlafzustandes haben sie mit ihnen zusammen gelebt. Solche Wesen gibt es durchaus, die nicht bis zur fleischlichen Verkörperung heruntergestiegen sind. Und so können wir vom Menschen hinaufblicken zu höheren Reichen, und da sind es zunächst drei Reiche, die uns interessieren. Wir nennen im Sinne der christlichen Esoterik dasjenige Reich, das an das menschliche Reich unmittelbar angrenzt, das Reich der Engel oder Angeloi; man nennt sie auch die Geister des Zwielichts. Dann ein zweites, höheres Reich über den Engeln ist das Reich der Erzengel oder Archangeloi oder auch der Feuergeister; und endlich ein noch höheres Reich, das der Urkräfte, Urbeginne oder Archai, auch die Geister der Persönlichkeit genannt. Das sind also drei Reiche über dem Menschen, und nun wollen wir uns über das Leben dieser Reiche einiges klarmachen. Sie spielen in unser Leben durchaus hinein: wie der Mensch in das Leben der Pflanzen hineinspielt, wenn er die Erde bebaut, so spielen diese höheren Reiche herein in das Menschenreich. Wir werden uns das am besten klarmachen können, wenn wir folgendes betrachten: Gegenwärtig hat der Mensch ein Ich, einen Astralleib, einen Ätherleib und einen physischen Leib. Wie geschieht nun die Weiterentwickelung? Dadurch, daß der Mensch an sich selbst mehr und mehr arbeitet. Heute ist das Ich des Menschen in vieler Beziehung noch ohnmächtig gegenüber den anderen Gliedern seiner Wesenheit. Denken Sie nur daran, wie der heutige Mensch vielfach nicht irhstande ist, seine Leidenschaften zu beherrschen und von ihnen, also von seinem astralischen Leib, beherrscht wird. Es ist ein großer Unterschied unter den Menschen in dieser Beziehung. Der eine ist ganz hingegeben seinen astralischen Kräften, seinen Leidenschaften. Betrachten Sie den Wilden, der seine Mitmenschen frißt, und vergleichen Sie ihn mit dem heutigen europäischen Kulturmenschen; und dann betrachten Sie einen hohen Idealen nachstrebenden Menschen, wie Schiller oder Franz von Assisi. Sie sehen, es ist eine Fortentwickelung, die darin besteht, daß die Menschen immer mehr und mehr lernen, ihren Astralleib vom Ich aus zu beherrschen. Und es wird eine Zeit kommen, wo das Ich den Astralleib ganz beherrscht, ihn durchglüht und durchzieht. Dann wird der Mensch ein höheres Glied ausgebildet haben, das wir Manas oder Geistselbst nennen. Es ist nichts anderes als der durch das Ich umgewandelte Astralleib. Wenn wir den heutigen Menschen betrachten, so müssen wir sagen, sein Astralleib besteht eigentlich aus zwei Teilen, aus dem, was er schon umgewandelt hat, was unter der Herrschaft des Ich steht, und dem, was sein Ich noch nicht beherrschen kann. Dieser Teil ist noch von anderen, niederen Kräften und Trieben erfüllt, und wenn das Ich diese hinaustreibt, fügt es dem astralischen Leibe allerlei Kräfte hinzu. Damit aber der Astralleib überhaupt erhalten bleibe, damit er nicht durch das Niedere zerstört werde, muß er immer noch durchdrungen, durchsetzt sein von höheren Wesenheiten, die ihn heute so beherrschen können, wie einst der Mensch es tun wird, wenn er am Ziele seiner Entwickelung angelangt sein wird. Diese Wesen, die die Aufgabe haben, den vom Menschen unbeherrtschten Teil seines Astralleibes zu beherrschen, stehen eine Stufe höher als der Mensch, es sind die Engel oder Geister des Zwielichts. In der Tat wacht sozusagen über jedem Menschen ein solch höherer Geist, der über seinen Astralleib Macht hat, und es ist nicht bloß eine kindliche Vorstellung, sondern eine tiefe Weisheit, wenn man von Schutzengeln spricht. Sie haben eine große Aufgabe, diese Schutzengel.

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