Vierter Vortrag
Und nun wollen wir uns einmal das, was sich da auf der Erde abgespielt hat, ein wenig konkreter vor die Seele stellen. Wir wissen ja: Als der Mensch von dem alten Monde herüberkam, hatte er nur seinen physischen Leib, seinen Atherleib und seinen Astralleib. Der physische Leib war damals, als die Sonne sich loslöste, noch nicht so weit, daß die Sinnesorgane schon einen äußern Gegenstand hätten anschauen können. Sie waren ja seit dem Saturn vorhanden, aber äußere Gegenstände konnten sie nicht wahrnehmen. Es waren diejenigen Organe, die auf dem alten Monde von innen heraus Bilder erzeugten. Das war ungefähr so: Denken Sie sich, ein Mensch hätte sich dem anderen genähert; die äußere Form hätte der Mensch nicht wahrnehmen können. Aber es stieg dann etwas wie ein Traumbild in ihm auf; und wenn dieses Bild gewisse Formen, gewisse Färbung hatte, dann wußte er, daß es ein Feind war, und er konnte fliehen. Es war das ein Bilderbewußtsein, das zu den seelischen Eigenschaften der Umgebung in einer realen Beziehung stand. Das Gegenstandsbewußtsein trat erst nach und nach auf der Erde ein; als die Sonne schon draußen als ein Weltkörper war, konnte der Mensch sie immer noch nicht sehen, nur ein inneres Licht in seinen Bildern nahm er wahr. Er sah allerdings in einer gewissen Beziehung geistig-seelisch die wohltätige Wirkung, die ihm die Geister der Sonne herunterschickten, er spürte das sozusagen, er sah es in aurischen Bildern aufstrahlen; aber das hat mit der heutigen äußeren Anschauung gar nichts zu tun. Es gab also eine Zeit, wo die Sonnengewalten ihr Licht dem Menschen zuströmten, der Mensch aber die äußere Sonne nicht sah.
Cite:
GA 105/1908-08-07/p016 · edition original