Fünfter Vortrag
Unser heutiges Mineralreich also besteht noch nicht. Als nun Mond und Sonne sich trennen, sind die Wesenheiten und Kräfte der Sonne ganz befreit von den groben Stoffen des Mondes und können um so stärker wirken. Dadurch werden nun alle drei Reiche um eine Stufe heraufgehoben. Das, was menschlicher Astralleib ist, wird aus seiner innigen Verbindung mit physischem und Ätherleib herausgehoben, so daß, wenn Sie sich den Menschen mit seinem physischen, seinem Äther- und Astralleib im Beginn des Mondendaseins denken, Sie später eine wesentliche Veränderung wahrnehmen: Dadurch, daß die Sonne heraustritt und von außen zu scheinen beginnt, werden der Astralleib und der Atherleib zum Teil befreit. Die Folge davon ist, daß etwas entsteht, was Sie sich etwa so vorstellen müssen: Denken Sie sich einmal, der heutige Mensch bestünde aus physischem Leib, Atherleib und Astralleib, und nun käme eine äußere Kraft, die den Astralleib und den Ätherleib heraustriebe; dann würden für den Hellseher Ihr Astralleib und Ihr Atherleib außerhalb Ihrer vorhanden sein. Sie selbst aber würden dadurch, daß diese beiden Leiber von der Schwere des physischen Leibes befreit werden, um eine halbe Stufe hinaufgehoben werden. Und so etwas geschah auch damals. Der Mensch wurde auch hinaufgehoben, er wurde ein Wesen, welches zwischen dem heutigen Menschen und dem heutigen Tiere mitten drinnen steht, welches aber in geistiger Beziehung gelenkt und geleitet wurde von den erhabenen Sonnenmächten. Ebenso wurden die beiden anderen Reiche um ein Stück hinaufgehoben, so daß wir in der Mitte der Mondentwickelung nicht unsere heutigen Reiche haben, sondern Zwischenreiche: ein Tiermenschenreich, ein Reich zwischen Tier und Pflanze stehend, und ein Pflanzenmineralreich. Und geradeso wie unsere Mineralien den festen Boden bilden, auf dem wir herumwandeln, so gingen die Wesenheiten des alten Mondes herum auf dem, was das niedrigste Reich des Mondes war, auf dem Pflanzenmineral. Diese Grundsubstanz des Mondes war nicht wie auf der Erde heute eine mineralische Substanz, sondern eine Art halblebendigen Wesens. Wenn Sie sich heute denken würden etwas wie Torfmoor oder wie Kochsalat oder gekochten Spinat, einen solchen Brei, aber dabei lebendig, aufbrodelnd - dann ungefähr hätten Sie eine Vorstellung von dem, was damals die Grundmasse war. Und nicht Felsen ragten aus dieser Masse heraus, sondern Gebilde wie etwa das Holz, verdichtete Pflanzenmasse, Horngebilde, das war damals anstelle der heutigen Felsen. Und für den hellseherischen Blick zeigt sich das so, daß man auf einer pflanzlich-mineralischen Grundlage wandelte, die eine Verdichtung erfuhr, und das sind die Gesteine. Da wachsen nun heraus, mehr oder weniger festgewurzelt, die Tierpflanzen, viel beweglicher als heute; aus dem zähflüssigen Element wachsen sie heraus, Sie hatten eine Art von Empfindung, wenn man sie anrührte. Und aus den feinsten Substanzen hob sich der Tiermensch heraus, der keineswegs bis in die gröbsten Substanzen hinunterreichte, sondern seinen physischen Leib aus den feinsten Substanzen hatte. Und dieser physische Leib, der in fortwährender Verwandlung sich befand, sah recht merkwürdig aus; einen solchen Menschenkopf, wie ihn der Mensch heute hat, den kann der Hellseher nicht entdecken auf dem alten Monde. Er entdeckt im physischen Leibe, wenn dieser auch noch so weich und flüssig ist, nur tierähnliche Kopfformen, und was aus dieser tierähnlichen Kopfform herausragt, das ist der Ather- und der Astralleib. Für den physischen Blick hatten alle Tiermenschen also die verschiedensten Formen, die an Tiere erinnern, aber auch nur erinnern, und erst wenn man vom physischen Sehen zum astralischen Schauen aufsteigt, dann erblickt man die höhere Natur dieses Mondtiermenschen. So ist die Bevölkerung des alten Mondes.
Cite:
GA 105/1908-08-08/p012 · edition original