Fünfter Vortrag

GA 105/1908-08-08/p014 ·1908-08-08 · original (original)
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Aber es gab schon, wie gesagt, auf dem Monde, während der Zeit, wo die Sonne draußen war, einen Bewußtseinswechsel; es gab Zeiten, in denen das Bewußtsein lebhafter, und Zeiten, wo es dumpfer war. Heute wechseln Tag- und Nachtzeiten ab. Der Mensch geht heute des Morgens in seinen physischen und Ätherleib hinein; dadurch taucht die Welt der äußeren Gegenstände und Wesenheiten vor ihm auf. Es wird licht und hell um ihn dadurch, daß er sich seiner Sinne bedient. Dann aber, wenn er abends mit seinem Ich und dem Astralleib hinausgeht, dann hat er zunächst kein Werkzeug, um wahrzunehmen; es wird dunkel um ihn. So wechselt das traumlose Schlafbewußtsein, das dem Menschen zuerst auf der Sonne geschenkt worden ist, mit dem Wachbewußtsein, mit dem Erdenbewußtsein ab. Vorbereitet hat sich das schon auf dem alten Monde. Schon da waren der Ätherleib und der Astralleib nicht fortwährend herausgehoben, sondern es gab Zeiten, wo sie sich in den physischen Leib hineinsenkten; denn der alte Mond bewegte sich schon um die Sonne herum, und diese Umdrehung bewirkte, daß der Mensch zu Zeiten von der Sonne beschienen wurde, zu Zeiten nicht. Dadurch geschah ein Aus- und Eintreten des Atherleibs und des Astralleibs in den physischen Leib. Freilich war der Wechsel nicht von solchem Kontrast wie heute. Wenn der Mensch auf dem alten Monde herausrückte, wenn er von den Kräften der Sonne beschienen wurde, dann war er in einem hellen Bewußtsein, in einem geistigen Bewußtsein; er nahm intensiv das Geistige wahr. Und wenn sich sein Ather- und Astralleib in den physischen Leib hineinsenkten, dann verdunkelte sich sein Bewußtsein — Sie sehen, es war umgekehrt wie heute. So wechselten also auf dem Monde in viel, viel längeren Zeiten helle und dunkle Bewußtseinszustände ab, und in den dunklen Bewußtseinszuständen war es, daß, ohne daß der Mensch es wußte, dasjenige vor sich ging, was man die Befruchtung nennt. Um die Fähigkeit der Fortpflanzung zu entwickeln, um die Befruchtung zu bewirken, um zu gebären, senkte sich die höhere Wesenheit des Menschen nieder in seinen physischen Leib, und wenn der Vorgang abgeschlossen war, dann ging sie wieder hinauf in die höhere Welt. Es hat sich nach und nach vorbereitet, was sich auf der Erde vollständig entwickelt hat. Und dadurch, daß die Sonne sich abgesondert hatte, dadurch, daß sie ihren Wesenheiten stärkere Kraft gegeben hatte, konnte der Mensch, und alle anderen Wesenheiten, höher entwickelt werden. Wenn nämlich die Sonnenkräfte die Hemmung durch den alten Mond weiter gehabt hätten, dann hätten sie nicht so kräftig wirken können. Nun waren sie selbst befreit von dem Hemmnis der Mondsubstanzen, und dadurch rückte der Mond mit allen seinen Wesenheiten so rasch vorwärts, daß er nach einer bestimmten Zeit die Reife erlangt hatte, wieder von der Sonne aufgenommen zu werden. Es trat ein Zustand ein, wo alle abgesonderten Weltkörper wieder aufgenommen werden konnten, wo sie gemeinsam in einen geistigen, in einen Ruhestand traten, den wir Pralaya nennen. Und dann trat nach dieser Pause das wieder hervor, was wir den ersten ätherischen Keim des Erdenkörpers nennen können, und aus dem sich später wieder alles abgesondert hat.

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Cite: GA 105/1908-08-08/p014 · edition original