Fünfter Vortrag

GA 105/1908-08-08/p015 ·1908-08-08 · original (original)
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Und nun fragen wir uns: Woher kommt der physische Leib auf dem Saturn, woher der Ätherleib auf der Sonne, und woher der Astralleib auf dem Monde? — So philosophisch ungeschickt fragt der Schüler der Geisteswissenschaft nicht wie viele, die da glauben, philosophisch zu fragen. Es gibt Menschen, die fragen: Woher kommt dies oder jenes? - und wenn man antwortet, dann fragen sie weiter und immer weiter, ohne Ende. Das tut man nur, solange man sich nicht selbst zur geistigen Betrachtung der Welt erhebt. Vernünftigerweise muß man ja mit dem Fragen an einen Punkt schließlich kommen, wo der Sinn der Frage ein Ende nimmt. Denken Sie sich, Sie finden auf der Straße Furchen in dem Straßenmaterial. Sie fragen: Woher kommt das? - Die Antwort lautet: Ein Wagen fuhr darin. — Jetzt können Sie weiter fragen: Woher kam der Wagen? — Man kann antworten: Den benützte ein Mensch, der ein bestimmtes Geschäft hatte. - Nun können Sie allerdings fragen: Woher kam das Geschäft? — Aber einmal werden Sie doch dahin kommen, daß die Fragen ein Ende nehmen, daß Sie so weit vom Gegenstande abkommen, daß Sie in ein ganz anderes Gebiet hineingelangen. Beginnt der Sinn der Fragestellung bei einer Idee, so kommt man nur, wenn man im Abstrakten bleibt, zu endlosen Fragen. Aber im konkreten Betrachten kommt man zuletzt zu geistigen Wesenheiten, und dann frägt man nicht mehr: Warum tun sie das? - sondern man frägt: Was tun sie? — Dazu muß man sich erst erziehen, daß man die Grenzen des Fragens einsieht.

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Cite: GA 105/1908-08-08/p015 · edition original