Sechster Vortrag
Wir betrachten die Menschenentwickelung noch einmal so, wie sie verlaufen ist. Stellen wir uns wieder den physischen, den Äther-, den Astralleib und das Ich vor. Nun wissen wir ja, daß das Ich dazu berufen ist, die anderen Glieder der menschlichen Wesenheit umzugestalten, daß es damit beginnen muß, nach und nach den astralischen Leib in seine Gewalt und Herrschaft zu bekommen; das heißt nichts anderes, als daß der Mensch seine Leidenschaften und Triebe beherrscht. So war also der Zeitpunkt gekommen, wo das Ich so in normaler Weise im Menschen auftreten sollte, wo es am astralischen Leibe arbeiten sollte; nach und nach sollte der astralische Leib umgewandelt, sollte das Geistselbst ausgebildet werden. Als die erhabenen Gewalten in der Mitte der atlantischen Zeit eingriffen, war die erste Möglichkeit zu einer solchen Umwandlung gegeben. Jetzt werden wir verstehen, welch eine merkwürdige Aufgabe sich die zurückgebliebenen Wesenheiten stellen mußten. Sie waren nicht so weit, daß sie den Menschen bei der Ausarbeitung seines Geistselbst unterstützen konnten. Die Folge davon war, daß sie auf seinen noch nicht bis zum Ich vorgedrungenen Astralleib wirkten. Und sie wirkten auch schon vorher. Wir haben also in der Erdenmenschheitsentwickelung einen gewissen Zeitraum, wo der Astralleib, der sich noch nicht bis zum Ich heraufgestaltet hat, von diesen zurückgebliebenen geistigen Wesenheiten bearbeitet wird. Sie werden das noch besser verstehen, wenn Sie sich daran erinnern, daß der Mensch auf dem Monde physischen, Äther- und Astralleib hatte, und daß die Gewalten damals normalerweise auf den Astralleib eingewirkt haben. Diejenigen nun, die sich normal weiterentwickelt hatten, die wirkten jetzt auf das Ich, die anderen aber, die zurückgeblieben waren, wirkten nach ihrer alten Mondgewohnheit weiter auf den Astralleib. Ehe also der Mensch sein Ich ausgebildet hatte, wirkten diese zurückgebliebenen, aber hoch über den Menschen erhabenen Wesenheiten auf seinen Astralleib. Wir nennen sie nach ihrem Hauptrepräsentanten, nach ihrem Anführer die luziferischen Wesenheiten. Zwei Gattungen von Wesenheiten wirkten also auf den Menschen ein: jene normal wirkenden Geister, von denen wir das vorige Mal gesprochen haben, und diese luziferischen Wesenheiten, die es sozusagen nicht bis zu einem Wirken auf das Ich gebracht hatten, und die den menschlichen Astralleib vorher schon bearbeiteten. Und dadurch hielten diese letzteren auch den Menschen in seiner Entwickelung zurück. Hätten solche Wesen nicht auf den Menschen eingewirkt, dann wäre er in der Mitte der atlantischen Zeit so weit gewesen, daß die erhabenen Gewalten auf sein Ich eingewirkt hätten.
Cite:
GA 105/1908-08-10/p013 · edition original