Sechster Vortrag

GA 105/1908-08-10/p017 ·1908-08-10 · original (original)
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Wenn wir nun fragen: Was war der Anteil derjenigen Gewalten, die der Mensch schon hat empfangen können in der Mitte der atlantischen Zeit? — so müssen wir antworten: Es war etwas, was nur von außen herantreten konnte an den Menschen, wobei er noch nicht mit seiner eigenen Seele sein konnte. Deshalb war alles, was von den Gewalten, die schon früher wirken konnten, an den Menschen herankam, so, daß es nicht aus dem innersten Wesen des Menschen herausfloß: er folgte einem Äußeren, er gehorchte Gesetzen. Geradeso wie auch das Tier seinen Gesetzen, die ihm eingepflanzt sind, folgen muß, ganz instinktiv, so gab Jehova den Menschen Gesetze. Das Gesetz gab er ihnen, das dann auch äußerlich realisiert wurde durch Moses und die Propheten. Mittlerweile aber reiften sie heran, um in sich selbst den Antrieb und Impuls zu dem zu empfangen, was sie tun soliten. Und so sehen wir, daß ohne das Zutun der Menschen ihre Ordnung auf der Erde vorbereitet wird durch die Gewalten. Wo wirken sie denn, diese Gewalten? Sie wirken vorzugsweise da, wo, trivial ausgedrückt, das Blut redet: in der Fortpflanzung und in all dem, was damit zusammenhängt. Da haben wir in der alten Zeit Götter und Volksgeister, wir haben Gruppengeister, und innerhalb der Gruppen schaffen sie durch die Gesetzesordnung. Da liebt sich, was blutsverwandt ist, und es liebt sich, indem die Liebe durch Naturgesetze eingepflanzt ist. Und je weiter wir zurückgehen, desto mehr finden wir, daß sich alles das als zusammengehörig betrachtet, daß alles das sich liebt, was die Liebe durch Naturgesetze, durch äußere Formkräfte eingepflanzt bekommen hat. Das Jehovaprinzip wirkte in dem gleichen Blut, daher das Zusammengehören. Da lebte und schaffte Jehova durch diese Verwandtschaft, die mit dem Blute zusammenhängt, Ordnung und Harmonie. Und diejenigen, die ihm entgegenwirkten, die ihre stärksten Angriffe gegen das Prinzip der Blutsverwandtschaft richteten, das waren die luziferischen Wesenheiten. Sie wollen immer den Menschen auf den Mittelpunkt seiner eigenen Persönlichkeit stellen, sie wollen ihn herausreißen aus seiner Blutsverwandtschaft bis zu der Zeit, wo Christus kommt und ihn ganz auf die Spitze seiner Persönlichkeit stellt, indem er seine innerste Kraft gibt, die Weisheit und Gnade zu dem innersten Impuls seines Wesens macht. Und das haben zubereitet lange, lange Zeiten hindurch die luziferischen Wesenheiten. Reif ist der Mensch geworden für das, was diese luziferischen Wesenheiten wollten, erst als Christus niedergestiegen ist. Die Bekenner solcher Anschauungen wußten wohl, was sie sagten, wenn sie den Ausspruch taten: Christus verus Luciferus, Christus ist der wahre Luzifer. - Das ist ein esoterischer Ausspruch.

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Cite: GA 105/1908-08-10/p017 · edition original