{"corpus":"steiner","locus":"GA 105/1908-08-11/p006","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nun dürfen wir uns aber nicht vorstellen, daß alle diese Tiergestalten, die da um uns herum sind und gewisse Verhärtungszustände darstellen, deshalb schlimme menschliche Leidenschaften waren. Es waren notwendige Leidenschaften; der Mensch mußte durch sie hindurchgehen, damit er alles, was brauchbar war, aus ihnen aufnehmen konnte in seine heutige Wesenheit. So daß, wenn wir zurückblicken in jene Zeiten der Erdentwickelung, wir in unserer Umgebung finden würden sich materiell metamorphosierende Tiergestalten. Sie sind der Ausdruck von Leidenschaften, und in sie hinein wirken jene göttlichen Wesen, die uns bekanntgeworden sind in den verflossenen Vorträgen. Wir müssen uns also vorstellen, daß die Erde noch in weicher Substanz war, und geistige Wesenheiten formen an diesen Materien, gleichsam ausgestaltend die verschiedenen Tiergestalten. Und jetzt erinnern wir uns daran, daß wir gesagt haben, die ägyptische Religion hat als Weltanschauung, als religiöses Bekenntnis die Tatsachen dieser dritten Erdepoche wiederholt. Was damals auf der Erde erlebt worden war, das hatte als Erkenntnis die ägyptische Religionsform. Und nun wundern wir uns nicht darüber, daß in den Kunstdarstellungen der Agypter so viele tier- und tierkopfähnliche Gestalten vorkommen. Das ist eine geistige Wiederholung dessen, was einstmals wirklich an der Oberfläche unserer Erde war. Wirklich, ganz so hat diese Zeit wiederholt, was sich draußen in einer bestimmten Erdepoche abgespielt hat, und es ist mehr als ein bloßer Vergleich, es ist in gewissem Sinne wörtlich gesprochen, wenn wir sagen: In den Seelen, die vorzugsweise in den Ägyptern verkörpert waren, ist aufgelebt die Erinnerung an die lemurische Zeit, und ihre Religion ist eine im Geiste wiiedergeborene Erinnerung an diese Zeit. So wird Erdepoche nach Erdepoche in der Seele wiedergeboren in den verschiedenen Weltanschauungen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-08-11","location":null,"word_count":269,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-11/p006","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-11/p006"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/105/1908-08-11/p006"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}