{"corpus":"steiner","locus":"GA 105/1908-08-11/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So sehen wir, wie der Mensch sich umbildet, und wie er dadurch, daß er selbst eine feste, sichere Gestalt bekommt, sich immer mehr denjenigen Wesenheiten entreißt, die von außen auf ihn wirkten und ihn zu einer instinktiven Wesenheit machten. Das alles gibt uns noch ein deutlicheres Bild von den Vorgängen der menschlichen Evolution, die endlich denjenigen Zustand in der Mitte der atlantischen Zeit herbeigeführt haben, wo der Mensch reif war, die äußere Welt durch seine Sinnesorgane auf sich wirken zu lassen, wo er in die Lage kam, über die äußere Welt zu urteilen. Früher war ihm ja das Urteil sozusagen eingeflossen. Alles, was man als eine Art Denken bezeichnen konnte, das war wie eingeflossen, etwa so wie heute bei den Tieren. Und nun haben wir zu berücksichtigen, daß der Mensch ungleichmäßig fortschritt, daß der eine früher, der andere später in diesen oder jenen Verhärtungszustand eintrat, und wir haben ja auch schon gesehen, was für menschliche Formen sich herausgebildet haben. Wir haben gesehen, wie einzelne sich zur Verkümmerung vorbereitet haben dadurch, daß sie zu früh in eine gewisse Verhärtung eingetreten sind, daß sie zu früh eine bestimmte Gestalt angenommen haben, und wie dadurch sich verschiedene Rassen ausgebildet haben. Eigentlich waren in einem solchen Reifezustand, daß sie für alles das empfänglich wurden, was die Erde ihnen in ihrem äußeren Anblick darbieten konnte, nur diejenigen Menschen, die in der gestern angedeuteten Weise von jenem Sitz in der Nähe des heutigen Irland ausgingen, und die dann auszogen von Westen nach Osten; die dann die verschiedenen Gegenden bevölkerten, in denen Reste von Völkern waren, die auf anderem Wege dorthin gekommen waren, und mit denen sie sich vermischten, so daß aus diesen Mischungen die verschiedenen Kulturen entstanden sind. Und aus denen, die in ihrer Wanderung am weitesten zurückgeblieben waren, sind die europäischen Kulturen entstanden.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Siebenter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-08-11","location":null,"word_count":298,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-11/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-11/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/105/1908-08-11/p009"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}