Achter Vortrag
Wir werden auch heute zum genauen Verständnis dessen, was uns als unser eigentliches Ziel in den nächsten Vorträgen entgegentreten wird, einen Blick werfen in die großen Welten und dann wieder herunterschauen auf den engeren Kreis unseres irdischen unmittelbaren Daseins. Auf diese Weise werden wir die Möglichkeit gewinnen, uns eine genaue Vorstellung von dem zu machen, was man im geisteswissenschaftlichen oder okkulten Sinne unter den drei Begriffen eigentlich zu verstehen hat, die wir zusammengestellt haben als Welt, Erde und Mensch. Denn aus gar mancherlei, was in diesen Vorträgen schon vorgekommen ist, werden Sie entnommen haben, daß man im geheimwissenschaftlichen Sinne von einer Welt als einem bloß materiellen Inhalte gar nicht sprechen kann. Wir haben gesehen, daß die verschiedenen Weltwesen — wir möchten gar nicht sagen Weltkörper -, die uns entgegengetreten sind, wie die verschiedenen Verkörperungen unserer Erde als Saturn, Sonne und Mond, wie auch schließlich dasjenige, was wir als den Gegensatz bezeichnen zwischen der Erde als Planeten und der Sonne als Fixstern, daß alles das etwas ganz anderes ist als ein bloß Materielles: Ein jedes solcher Weltwesen ist ja, wie wir gesehen haben, der. Schauplatz einer Summe von geistigen Wesenheiten, das heißt im Grunde genommen materiell nur so beschaffen, wie diese geistigen Wesenheiten, die auf den Weltkörpern wohnen, es brauchen. Dann haben wir gesehen, daß die Sonne sich herausgetrennt hat aus der Erde, weil auf ihr der Schauplatz sein mußte für gewisse erhabene Wesenheiten, die nur die feineren Substanzen zu ihrer Entwickelung brauchen konnten, während der Mensch auf der Erde die anderen Substanzen zurückbehalten mußte. Und wenn wir den ganzen weiten Weltenraum durchforschen würden, wir würden überall finden, daß wir nichts Materielles für sich auskundschaften könnten, daß alles mit einem Geistigen verknüpft ist. Ferner sahen wir, inwiefern die verschiedenen Erdenwesen mit geistigen Wesen verknüpft sind. Die Steine, die Mineralien unserer Erde haben im Umkreise unserer Welt, im Universum ihr Ich; die Pflanzen haben ihr Ich lokalisiert im Mittelpunkt unseres Erdplaneten, und dann haben wir gesehen, daß die Pflanzen eine astrale Wesenheit haben, die sie sozusagen von außen umkreist und den Abschluß der Blüte bewirkt. So haben wir alles durchgeistigt gefunden, und dadurch erweitert sich der Begriff oder die Vorstellung eines Weltkörpers. Wir sehen hinauf zu irgendeinem Weltkörper und wissen, er ist nur der Ausdruck für geistige Wesenheiten, die materiell mit ihm verknüpft sind. Nun ist der Mensch in der Tat durch die Entwickelung der in ihm befindlichen schlummernden Fähigkeiten in der Lage, sich eine gewisse Kenntnis zu verschaffen von solchen Weltkörpern, die draußen im Raume ausgebreitet sind, und wir werden heute den Menschen im Zusammenhang mit den verschiedenen Weltkörpern vor unsere Seele zu führen haben.
Cite:
GA 105/1908-08-12/p003 · edition original