Achter Vortrag

GA 105/1908-08-12/p005 ·1908-08-12 · original (original)
Record: unknown. How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.

Selbstverständlich behandeln wir diese Frage von dem geisteswissenschaftlichen Standpunkte aus, der sich ergibt durch die Entwickelung derjenigen Kräfte, die dem hellseherischen Bewußtsein offen liegen, und von deren Entwickelung wir noch sprechen werden, von dem also, was das hellseherische Bewußtsein wissen kann. Da fragen wir uns zunächst: Gibt es solche Menschen, wie sie sich auf unserer Erde entwickeln, für das hellseherische Bewußtsein auch auf anderen Planeten? — Und da antwortet uns das hellseherische Bewußtsein: Solche Menschen wie auf der Erde, in genau derselben Gestalt, finden wir auf anderen Planeten nicht. — Und wir finden erhärtet, daß jeder Planer, jeder Himmelskörper seine besondere Aufgabe, seine besondere Mission hat. Nichts wiederholt sich im Weltall, andere Weltenschauplätze haben auch andere Missionen. Diese unsere Erde ist entstanden aus drei vorhergehenden Verkörperungen. Sie wissen, daß diejenige Stufe des Menschendaseins, die wir jetzt durchmachen, das Menschsein, allerdings gewisse Wesenheiten schon durchgemacht haben, zum Beispiel die Engel auf dem Monde. Andere Wesenheiten, die Feuergeister, haben diesen Zustand auf der Sonne durchgemacht, und noch andere, die Geister der Persönlichkeit, auf dem Saturn. Da könnte nun leicht der Irrtum entstehen: Dann gab es aber doch Menschen auf den vorhergehenden Planeten! — Sie müssen aber vor Augen haben, daß es auf dem Monde kein festes Gestein und Mineral gab, und daß daher die Wesenheiten, die dort ihre Menschheitsstufe durchgemacht haben, es unter ganz anderen Verhältnissen getan haben. Wir reden daher von der Stufe der Menschheit, wissen aber, daß die Menschheit unter ganz anderen Verhältnissen durchgemacht worden ist. Unter verschiedenen Verhältnissen zum Beispiel haben auch die Feuergeister auf der alten Sonne ihre Menschheit durchgemacht, denn die Sonne bestand ja nur aus Luft und Gas. Eine solche Menschwerdung konnten natürlich nur Wesen durchmachen, die nicht einen Körper wie den unsrigen mit fester Substanz, Muskeln und so weiter brauchten. Auch im Werden auf der Erde wiederholt sich nichts, und jeder einzelne Punkt hat seine besondere Mission im großen Haushalt des kosmischen Daseins. Betrachten wir jetzt einmal das Werden unserer Erde. So wie wir sie okkult betrachten, sehen wir sie als einen Körper, den der Mensch bewohnt, auf dem sich der Mensch entwickelt. Nur dadurch ist diese Entwickelung ermöglicht worden, daß sich die Sonne und der Mond abgetrennt haben von der Erde, und daß seine Kräfte zwischen Sonne und Mond im Gleichgewicht gehalten werden. Damals, als die Erde, wenn wir so sagen dürfen, selbst noch Sonne war, machte sie ihre Entwickelung so durch, daß die Sonne mit der Erde vereint war. Die Sonne selbst war also noch auf der Stufe des Planetendaseins und war bewohnt von den Feuergeistern. Nun aber durch die fortschreitende Entwickelung war es möglich, daß ein Teil dessen, was der Erde einverleibt war, zu höherem Dasein aufstieg, auf Kosten dessen, was sich als Erdenmond aus der Erde heraussetzte. So sehen wir, daß im großen Weltenall die Entwickelung so vor sich geht, daß etwas, das eine Weile mit anderem zusammengeht, sich trennt, und zwar steigt das eine dann hinauf in höhere Regionen, und das andere geht hinunter in eine tiefere Region. Damit gewisse höhere Wesenheiten sich hoch genug entwickeln konnten, mußte die Sonne für sich ein solcher Körper werden, daß er der Schauplatz höherer Wesenheiten sein konnte. Die Sonne ist also gleichsam avanciert, aufgestiegen aus dem Planetendasein zu einem Fixsterndasein, sagen wir einmal. So müssen wir überhaupt ein Weltwesen wie unsere Sonne betrachten, daß sie geworden ist, daß sie hervorgegangen ist aus einem Planeten; okkult sehen wir daher in einer Sonne einen aufgestiegenen Planeten. Nun aber haben wir gestern darauf hingewiesen, wie, nachdem alles sich vereinigt hatte und die Sonne in einem gewissen Zeitpunkt sich wieder abgetrennt hatte, auch innerhalb unseres engeren Erdendaseins der Mensch eine Zeitlang auf der Erde lebte ohne die geistigen Sonnenkräfte, und wie durch das Eintreten des Christus die geistige Sonnenkraft auf unserer Erde Platz gefaßt hat. Wenn nun der Christus unserer Erde sich einverleibt, so wird der Mensch durch die Aufnahme des Christus-Prinzips immer reifer und reifer, und die materielle Gestalt, die ein Planet annimmt, ist abhängig von dem, was dieser Planet für Wesenheiten entwickelt. Geradeso wie die Sonne so wurde, wie sie ist, indem sie die feinsten Substanzen herausholte, weil die Wesenheiten diese Substanzen brauchten, so wird es auch die Erde machen, so werden auch die Substanzen der Erde sich umwandeln, daß sie dem angemessen sein werden, was in einer fernen Zukunft aus dem Menschen geworden sein wird und aus den Erdenwesen, die der Mensch mit sich zieht; denn der Mensch wird, wenn er einmal mächtig geworden ist, auch die anderen Erdenwesen nachziehen. Was wird dann geschehen? Der Mensch, wenn er sich immer mehr mit dem Christus-Prinzip durchzieht, wenn er immer mehr die hohen Sonnenkräfte, die mit dem Christus auf die Erde herabstiegen, aufnimmt, wird selber immer christushafter werden. Dann durchstrahlt er selbst die ganze Erde mit dem Christus-Prinzip.

Read this passage in another edition
DEoriginalENEnglish
Raw JSON: /v1/steiner/de/ga/105/1908-08-12/p005.json
Cite: GA 105/1908-08-12/p005 · edition original