Neunter Vortrag

GA 105/1908-08-13/p017 ·1908-08-13 · original (original)
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Und jetzt, innerhalb der dritten Kulturepoche, bildet sich wiederum ein kleines, abgesondertes Häuflein, das in gewisser Weise alles das aufnimmt, was an alten Traditionen und an neuen Errungenschaften hat gewonnen werden können; ein kleines Häuflein, dessen Eingeweihte die uralte Weisheit, die frühere Genossenschaft mit den Göttern bewahrt hatten; dessen Eingeweihte wiederzugeben wußten, was man als Erfahrung wissen konnte aus der geistigen Welt, und die zugleich chaldäische Weisheit — Gottesschrift im Weltenraum — und ägyptische Weisheit, die in der symbolischen Vermählung des Geistigen mit dem Physischen aufgeht, in sich aufgenommen hatten. Und diese Gruppe von Menschen ist es, die in diesem Sinne das auserwählte Volk zu nennen ist. Es ist dasjenige Volk, das den größten Zeitraum der Weltgeschichte vorzubereiten hatte, das alttestamentliche Volk, das in seinem Alten Testament, in bezug auf alle uralten Ereignisse und auch auf das Fortlebende, in der Tat das größte und bedeutsamste Dokument hatte. Und es ist nicht nur eine gelehrte Verirrung, sondern eine Farce, wenn irgendeine Schöpfungsgeschichte auch nur annähernd als von gleichem Werte mit der alttestamentlichen angesehen wird. Denn das Alte Testament enthält in gewaltigen Bildern das Herabsteigen des Menschen aus göttlichen Höhen und verknüpft zugleich die historischen Erlebnisse des Menschen mit diesen kosmischen Ereignissen. Alles das enthält die alttestamentliche Geschichte genau, und vor allen Dingen das, was dem Weltenzusammenhange voll entspricht.

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Cite: GA 105/1908-08-13/p017 · edition original