{"corpus":"steiner","locus":"GA 105/1908-08-14/p003","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wir haben gestern gesehen, wie in der nachatlantischen Epoche der Menschheitsentwickelung die Menschen sich nach und nach den physischen Plan, das heißt also unsere physische Welt, erobert haben; wie sie immer mehr Verständnis dafür gewonnen haben, daß diese physische Welt, in die der Mensch ja erst im Laufe der Zeit eingetreten ist, nachdem sie ihm vorher in verschwommenen Umtrissen erschienen war, daß diese physische Welt der Ausdruck ist hinter ihr befindlicher geistiger Mächte und Kräfte. Wir haben gesehen, wie in der Zeit, in welcher die Griechen und Römer die führenden Völker sind, sozusagen eine Art Gleichgewicht besteht zwischen dem Verständnis der physischmateriellen Welt und der aus den Menschen selbst herausgeborenen geistigen Welt. Der Mensch hat sich, wenn man so sagen darf, abgefunden mit der äußeren materiellen Welt, er hat sie nach und nach verstehen und lieben gelernt. Nun dürfen wir nicht glauben, daß diese Vorgänge nicht ihre entsprechenden Parallelen gehabt hätten in der anderen, der geistigen Welt. Ja, wir können sogar weiter zurückgehen in der Menschheitsentwickelung und wir finden, daß in demselben Maße, wie sich die Verhältnisse außen für den Menschen in bezug auf die Beobachtung und Wahrnehmung der physischen Welt ändern, sich auch die Verhältnisse für das andere Bewußtsein wesentlich umgestalten. Wir haben ja bisher den Hauptwert eigentlich darauf gelegt, wie dieses Bewußtsein war, wenn der Mensch sich im Schlafe aus seinem physischen Leibe herausgezogen hatte; wir haben gesehen, wie in der atlantischen Zeit, nachdem er im Wachen verschwommene Konturen wahrgenommen hatte, die göttlich-geistigen Wesenheiten in einer Art von dämmerhaftem Hellsehen vor ihm aufgetaucht sind.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Zehnter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-08-14","location":null,"word_count":256,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-14/p003","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-14/p003"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/105/1908-08-14/p003"}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}