Zehnter Vortrag

GA 105/1908-08-14/p004 ·1908-08-14 · original (original)
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Um die ganze menschliche Wesenheit aber zu verstehen, müssen wir auch Rücksicht nehmen auf jene anderen Wechselzustände im Bewußtsein, die mit dem zusammenhängen, was wir Tod nennen und was jenseits des Todes liegt; und da werden wir sehen, daß unser gewöhnliches Leben, das wir zwischen Geburt und Tod beobachten können, noch eine wesentlich andere Seite hat. Wir müssen die Frage möglichst präzis stellen. Wir haben ja die Schicksale der Menschen betrachtet in dem Leben zwischen Geburt und Tod seit den atlantischen Zeiten bis hinein in die griechisch-römische Zeit. Wie gestalten sich die Schicksale der Menschen zwischen Tod und neuer Geburt, denn das Leben des Menschen läuft ja weiter nach dem Tode? In demselben Augenblick, wo während der alten lemurischen Zeit der Mensch sich überhaupt zum ersten Male in eine irdische Inkarnation begibt, und also sozusagen für ihn ein Abwechseln entsteht zwischen einem Leben in einem physischen Leibe und einem Leben außerhalb desselben, das heißt also zwischen Tod und neuer Geburt, in demselben Augenblick hat der Mensch, wenn er sein ganzes Leben ins Auge faßt, ja gewissermaßen ein Doppelleben, ein Doppelschicksal, eines auf der Erde und eines zwischen seinem Tode und der neuen Geburt in der geistigen Welt. Und obzwar vielfach der Glaube besteht, daß es Veränderungen nur in der physischen, irdischen Welt gebe, und daß alles zwischen dem Tode und einer neuen Geburt im Grunde genommen mit wenigen charakteristischen Worten bezeichnet werden könne, so ist dieser Glaube doch durchaus unrichtig. Es ändern sich die Schicksale auch innerhalb dieser geistigen Entwickelungsepoche des Menschen.

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