{"corpus":"steiner","locus":"GA 105/1908-08-16/p004","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Wenn wir die sieben aufeinanderfolgenden Kulturepochen der nachatlantischen Zeit betrachten, so nimmt der vierte Zeitraum, der gerade in der Mitte ist, eigentlich eine gewisse Ausnahmestellung ein. Man braucht diesen Zeitraum nur exoterisch zu betrachten, und man wird gewahr werden, daß da im exoterischen Leben die wunderbarsten äußeren physischen Dinge geschaffen werden, durch die der Mensch sozusagen in einer ganz einzigartigen harmonischen Weise die physische Welt erobert. Wer zurückblickt auf die ägyptischen Pyramiden, der wird sich sagen: In diesen Pyramiden sehen wir noch eine Art geometrischer Form herrschen, die uns symbolisch zeigt, wie die Dinge etwas bedeuten. Es hat sich noch nicht jene tiefe Ehe vollzogen zwischen dem Geiste, dem formenden Menschengeiste, und der physischen Form. Insbesondere sehen wir das deutlich an der Sphinx, deren Ursprung wir ja aus einer Erinnerung an die atlantische ätherische Menschengestalt hergeleitet haben. Wir sehen, daß diese Sphinx im physischen Leibe uns unmöglich eine unmittelbare Überzeugung geben kann, trotzdem es eine große Menschheitskonzeption ist; wir sehen in ihr den Gedanken verkörpert, daß der Mensch unten noch tierisch ist und erst im Atherkopfe sich der Mensch bildet. Aber was uns auf dem physischen Plane entgegentreten kann, das sehen wir in den griechischen plastischen Gestalten veredelt, und was uns im moralischen Leben, im Schicksale der Menschen entgegentreten kann, das sehen wir in der tragischen Kunst der Griechen. In einer ganz wunderbaren Weise sehen wir da hinausgetragen auf den physischen Plan das innere Geistesleben; wir sehen den Sinn der Erdentwickelung, soweit die Götter damit verknüpft waren.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-08-16","location":null,"word_count":247,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-16/p004","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-16/p004"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/105/1908-08-16/p004","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}