Elfter Vortrag
Nachdem die griechisch-lateinische Zeit mit ihren Nachwirkungen bis in das 13. und 14. Jahrhundert sich ausgelebt hat, leben wir seither in dem fünften Zeitraum. Seither haben sich immer mehr und mehr anstelle der alten Gewißheit neue Zweifel gesetzt. Immer mehr treten solche Dinge uns entgegen, und wenn wir nur wollen, können wir in vielen, vielen Einzelheiten der neueren Entwickelung die nur ins Materialistische umgesetzten ägyptischen Vorstellungen wiederfinden. Nur müssen wir uns fragen, was da denn eigentlich geschehen ist; denn eine gewöhnliche Übertragung ist es nicht; es treten uns diese Dinge nicht unmittelbar entgegen, sondern so, daß sie modifiziert sind. Alles ist in mehr materialistischer Weise ausgebildet, sogar den Zusammenhang des Menschen mit der Tierheit sehen wir, in materialistische Anschauung umgesetzt, wieder auftauchen. Daß der Mensch wußte, daß er früher seinen äußeren Leib noch nicht anders als tierähnlich gestalten konnte, daß er deshalb in der ägyptischen Erinnerung selbst seine Göttergestalten noch in Tierformen abgebildet hat, das tritt uns in den Weltanschauungen entgegen, die in materialistischer Weise den Menschen vom Tier abstammen lassen. Auch der Darwinismus ist nichts anderes als altes ägyptisches Erbgut in materialistischer Form.
Cite:
GA 105/1908-08-16/p011 · edition original