Elfter Vortrag

GA 105/1908-08-16/p027 ·1908-08-16 · original (original)
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Man kann nicht so denken, daß man meint: Oh, diese Orientalisten verstehen sehr schlecht das Leben des Buddha, wenn sie glauben, es wörtlich nehmen zu müssen, daß der Buddha am Genuß von zu vielem Schweinefleisch zugrunde gegangen ist. Mit Recht wendet man dagegen vom Standpunkt des christlichen Esoterikers ein, daß diejenigen nichts davon verstehen, die irgend etwas Triviales darunter verstehen; das ist nur ein Bild dafür, wie Buddha stand zu seiner Zeitgenossenschaft. Erhatte zuviel von dem, was die heiligen brahmanischen Geheimnisse sind, mitgeteilt der Außenwelt. An einem Zuviel des Okkultismus, den er der Welt gegeben hat, ging er zugrunde. Er ging zugrunde, wie jeder, der Verborgenes mitteilt, zugrunde geht. Das ist in jenem sonderbaren Bilde gesagt. Man mag das mit aller Schärfe betonen, daß man in dem Orientalismus keinen Widerspruch findet, sondern daß man nur den Esoterismus solcher Sachen verstehen lernen muß. Wenn man aber sagen wollte, man dürfe es nur als etwas Minderwertiges ansehen — denn noch niemals hätte sich zum Beispiel jemand etwas dabei denken können, wenn uns verkündet wird, daß die Apokalypse von dem Schreiber derselben unter Blitz und Donner empfangen wurde -, und wenn man durchaus daraus Veranlassung nehmen wollte, über die Apokalypse zu spotten, dann würde man darauf erwidern können: Schade, daß der, der so etwas sagt, nicht weiß, was es heißt, daß die Apokalypse unter Blitz und Donner der Erde mitgeteilt wurde.

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