Elfter Vortrag
Dhyani-Buddha, den Adi-Buddha und den menschlichen Buddha, dann erfährt das erst seine volle Erklärung durch den westlichen Esoteriker. Denn wir wissen allerdings, daß dasjenige, was als der Dhyani-Buddha angesehen wird, nichts anderes ist als der göttererfaßte Ätherleib des historischen, realen Buddha, daß der Atherleib von dem erfaßt war, was wir gestern als die Individualität des Wotan bezeichnet haben. Es steht das allerdings schon darinnen, nur muß es durch eine westliche Esoterik erst in der richtigen Weise erfaßt werden. Die anthroposophische Bewegung wird insbesondere darauf achten müssen, daß, was uns aus einer solchen Betrachtung als ein Empfindungsimpuls vor die Seele getreten ist, uns anregen soll, uns entwickeln zu wollen, so daß wir keinen Moment stillstehen dürfen. Wertvoll wird die geisteswissenschaftliche Bewegung nicht dadurch, daß man alte Dogmen erhält, wenn sie auch erst fünfzehn Jahre alt sind, sondern daß man den richtigen Sinn einer solchen Bewegung erfaßt, der in nichts anderem bestehen kann als in der Erschließung immer neuer Keime, immer neuer spiritueller Quellen. Dann wird sie eine lebendige Strömung werden in der Menschheit, und dann wird sie jene Zukunft herbeiführen, die uns, wenn auch nur in skizzenhafter Andeutung, heute aus demjenigen vor die Seele getreten ist, was wir aus der Vergangenheit betrachten konnten. Das ist das beste, was wir mitnehmen können als einen solchen Empfindungsimpuls.
Cite:
GA 105/1908-08-16/p029 · edition original