{"corpus":"steiner","locus":"GA 105/1908-08-16/p030","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Nicht darum handelt es sich, theoretische Wahrheiten mitzuteilen, sondern daß unser Gefühl, unsere Empfindung kräftig und stark wird zum Wirken. Wir haben die Entwickelung von Welt, Erde, Mensch betrachtet; wir wollen das, was wir ihr haben entnehmen können, so auffassen, daß wir selbst jederzeit bereit sein wollen, in die Entwickelung einzutreten. Das, was wir Zukunft nennen, muß allerdings wurzeln in der Vergangenheit. Das Wollen der Zukunft muß der Erkenntnis der Vergangenheit entsprechen; aber diese Erkenntnis hat keinen Wert, wenn sie sich nicht umwandelt in Triebkräfte für die Zukunft. Was wir gesehen haben, hat uns ein Bild gegeben solcher bedeutungsvoller Triebkräfte, daß nicht nur unser Wollen, unser Enthusiasmus, sondern daß auch unsere Lebensfreude und Sicherheit angeregt wird. Wenn wir ein solches Zusammenfließen der verschiedenen Strömungen sehen, dann sagen wir: Viele Samen sind im Zeitenschoße, sie alle sollen reifen. Der Mensch aber soll durch seine immer mehr sich vertiefende Erkenntnis die Möglichkeit erwerben, ein immer besserer Pfleger aller dieser Keime zu werden, die in dem Zeitenschoße liegen. Erkenntnis um des Wirkens, um der Lebenssicherheit willen, das ist es, was als ein Gefühlsimpuls alle geisteswissenschaftliche Betrachtung durchdringen muß. Nur darauf noch will ich am Schluß hinweisen, daß alle sogenannten geisteswissenschaftlichen Theorien dann erst die letzte Wahrheit erreichen, wenn sie umgewandelt werden in Leben, in Gefühlsimpulse und Lebenssicherheit, so daß wir nicht nur theoretisch betrachten, sondern wirklich eintreten in die Entwickelung.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Elfter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-08-16","location":null,"word_count":227,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-16/p030","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/105/1908-08-16/p030"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/105/1908-08-16/p030","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}