{"corpus":"steiner","locus":"GA 106/1908-09-05/p027","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Denken wir uns einen kranken Menschen, der deshalb krank ist, weil bestimmte Verrichtungen nicht in normaler Weise verlaufen. Woher kommt das? Derjenige, der okkult geschult ist, weiß, daß es nicht von außen kommt, wenn der physische Leib unregelmäßig funktioniert; sondern alles, was an Krankheiten da ist und nicht von außen kommt, ist darauf zurückzuführen, daß der Ätherleib nicht in Ordnung ist. Aber der Ätherleib ist krank, weil der Astralleib in Unordnung ist. Wenn nun bei dem atlantischen Menschen Gefahr vorhanden war, daß irgendeine Unordnung in der Säfteverteilung eintreten konnte, dann war sehr bald dafür gesorgt, daß wieder Ordnung hineinkommen konnte. Der Mensch bekam im Schlafzustand aus den geistigen Welten eine solche Kraft, daß durch den Schlaf die gestörten Kräfte und Funktionen wieder hergestellt wurden, daß der Mensch wieder gesundete. Er stellte gewissermaßen durch Erschlafen die gesunden Kräfte wieder her. Die alten ägyptischen Ärzte gebrauchten etwas Ähnliches. Sie dämmerten das Bewußtsein des Patienten künstlich herab bis zu einer Art hypnotischen Schlafes, und nun waren sie Herren über die Bilder der Scelenwelt, die um den Patienten entstanden. Und diese Bilder lenkten sie so, daß sie Kräfte hatten, zurückzuwirken auf den physischen Leib und ihn gesund zu machen. Das war der Sinn des Tempelschlafs, den man für innerliche Krankheiten verwendete. Den Kranken gab man keine Medizin, sondern man ließ einen solchen Menschen im Tempel schlafen. Man umdämmerte sein Bewußtsein und ließ ihn in die geistigen Welten hineinschauen. Man lenkte nun seine astralischen Erlebnisse so, daß diese die Kräfte hatten, wieder Gesundheit in den Leib hineinzugießen. Das ist kein Aberglaube, das ist ein Geheimnis, das die Eingeweihten kannten: daß sie das Geistige in die Erlebnisse der Kranken hineinbrachten. In der Heilkunde, die wir daher so innig verbunden mit dem Prinzip der Einweihung finden, stellte man bei der Heilung gleichsam künstlich den atlantischen Zustand wieder her. Und dadurch, daß der Mensch durch sein Tagesbewußtsein nicht sich entgegensetzte, wirkten die Kräfte, die nötig waren zur Gesundung. So wirkte der Tempelschlaf.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-09-05","location":null,"word_count":324,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/106/1908-09-05/p027","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/106/1908-09-05/p027"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/106/1908-09-05/p027","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}