Sechster Vortrag
Nun entspricht der Mondesentwickelung noch etwas anderes. Diese vierzehn Phasen sind ja nur die Hälfte der Erscheinungen des Mondes. Der Mond hat vierzehn Phasen vom Neumond bis zum Vollmond und vierzehn Phasen vom Vollmond bis zum Neumond. Während der vierzehn Tage, die zum Neumond gehen, ist keine Osiriswirkung da. Da wird der Mond von der Sonne so beschienen, daß er allmählich seine unbeleuchtete Fläche der Erde als Neumond zuwendet. Diese vierzehn Phasen vom Vollmond bis zum Neumond haben auch ihre Wirkung, und diese Wirkung wird für das ägyptische Bewußtsein erreicht durch die Isis. Diese vierzehn Phasen werden von der Isis regiert. Durch die Isiswirkung gehen vierzehn andere Nervenstränge vom Rückenmark aus. Das gibt im ganzen achtundzwanzig Nervenstränge, die den verschiedenen Phasen des Mondes entsprechen. Da sehen wir den Ursprung ganz bestimmter Glieder des Menschenorganismus, aus den kosmischen Ereignissen heraus. Mancher wird nun sagen: Das sind ja nicht alle Nervenstränge, das sind ja nur achtundzwanzig. — Es wären nur achtundzwanzig, wenn das Mondenjahr mit dem Sonnenjahr zusammenfiele. Das Sonnenjahr ist aber länger, und die Differenz des Sonnenjahrs gegenüber dem Mondenjahr hat die überzähligen Nervenstränge bewirkt. So ist dem Menschen eingegliedert worden in seinen Organismus von dem Monde aus die Isiswirkung und die Osiriswirkung. Damit ist aber noch etwas anderes verknüpft.
Cite:
GA 106/1908-09-08/p012 · edition original