Siebenter Vortrag

GA 106/1908-09-09/p018 ·1908-09-09 · original (original)
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So wies der Ägypter darauf hin, daß die ägyptische Weisheit hoch erhaben darüberstand über dem, was materiell erfahren werden kann. Nur in den eleusinischen Mysterien war man ebensoweit, aber es hatten nur wenige Teil daran. Aber was für jene Strecken der Erdenentwickelung der ägyptische Eingeweihte sah: daß sich der Gott Osiris von der Sonne getrennt hatte und auf den Mond gegangen war und von dorther das Sonnenlicht zurückstrahlte — das, was dieser Gott tut, das war auch den Griechen heilig. Auch sie wußten, daß dieser Gott Osiris es ist, der die achtundzwanzig Mondesgestalten bildet und dadurch die achtundzwanzig Nervenstränge im Menschen veranlagt. Durch Osiris wird das Nervensystem gebildet am Rückenmark herunter und dadurch der ganze menschliche Oberkörper geformt. Denn das, was als Muskel entsteht, kann seine Form nur erhalten dadurch, daß die Nerven die Bildner sind. Alles nun, was da ist an Muskeln, Knorpeln, an anderen Organen, wie Herz und Lunge, alle diese erhalten ihre Form nur durch die Nerven. So ist durch die frühere Sonnentätigkeit entstanden, was sich gebildet hat als Gehirn und Rückenmark, und an diesem Rückenmark arbeiten von außen die achtundzwanzig Gestalten des Osiris und der Isis. Also sind Osiris und Isis ihre Bildner, und indem das Gehirn seine Fühlfäden heruntersendet in das Rückenmark, da bearbeitet Osiris das Rückenmark. Das empfanden auch die Griechen, und die Griechen erkannten, als sie bekannt wurden mit den ägyptischen Mysterien, daß Osiris derselbe Gott war wie der, den sie Apollo nannten. Sie sagten, der ägyptische Osiris ist Apollo, und wie er an den Nerven tätig war, damit im Inneren des Menschen das Seelenleben bewirkt wurde, so tut es unser Apollo.

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Cite: GA 106/1908-09-09/p018 · edition original