Siebenter Vortrag
Aus einem solchen Bilde können wir ersehen, daß diese nicht schematisch gedeutet werden dürfen, sonst würde man nur etwas hineinphantasieren. Denn man wird in der Regel erleben, daß die Bilder in der Tat viel tiefer sind als das, was man irgendwie durch den Verstand hineinträumen kann. Wenn der griechische Hellseher von Apollo sprach, dann hatte er das Geheimnis des Osiris-Apollo und des Menschheitsinstrumentes vor sich. Und Osiris stand vor dem ägyptischen Schüler, wenn er eingeweiht wurde in die Geheimnisse des Erdendaseins. So müssen wir uns sagen, daß diese Symbole, daß diese Bilder, die uns erhalten sind, welche das charakterisieren, was aus den Urgeheimnissen entnommen ist, daß all die Ausdrücke der Urgeheimnisse viel mehr bedeuten als etwas, was man mit dem Verstande deuten kann. Gesehen wurde diese Leier, gesehen wurden die Hände des Apollo. Und daß wir jedes Symbolum auf irgendein wirkliches Gesicht, auf eine reale Schauung zurückführen, darauf kommt es an, das ist das Wesentliche. Denn es gibt kein Symbol, keine Legende, die nicht geschaut worden wäre.
Cite:
GA 106/1908-09-09/p020 · edition original