Siebenter Vortrag
Der ägyptische einzuweihende Schüler konnte erst nach langer, langer Zeit zu solchen Geheimnissen dringen. Der Schüler wurde erst durch eine ganz bestimmte Lehre vorbereitet, die eine ähnliche war wie unsere elementare Theosophie. Dann wurde er erst zu den eigentlichen Übungen zugelassen. Da erlebte er Zustände einer Art Ekstase, die noch kein eigentliches Hellsehen war, aber die mehr war als ein Traum. In ihr sah er das, was er später im Bilde sehen sollte. Wahrhaftig, dieses Hinausgehen des Mondes und mit ihm des Osiris, dieses Arbeiten desselben vom Monde aus auf die Erde herunter, das sah der Schüler als gewaltigen lebendigen Traum. Er träumte in der Tat die Osiris-Isislegende. Jeder Schüler träumte diesen Osiris-Isistraum. Er mußte ihn träumen. Hätte er ihn nicht geträumt, er hätte nicht zur Anschauung der wahren Tatsachen kommen können. Durch das Bild, durch die Imagination, mußte der Schüler hindurchgehen. Die Osirisund Isislegende wird innerlich durchlebt. Diese ekstatische Seelenverfassung war eine Art Vorstufe zum wahren Schauen, das Vorspiel zum Schauen dessen, was sich in der geistigen Welt abspielt. In der Akasha-Chronik konnte der Schüler das, was heute beschrieben wurde, nur lesen, wenn er in einen so hohen Grad eingeweiht war, wie wir es heute nur angedeutet haben, und von dem wir morgen weiter reden wollen. Dann wollen wir auch von den anderen Bildern des Tierkreises und ihrer Bedeutung sprechen.
Cite:
GA 106/1908-09-09/p021 · edition original