{"corpus":"steiner","locus":"GA 106/1908-09-10/p023","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Von diesem Gesichtspunkt aus werden wir aber auch noch etwas anderes verstehen: daß nämlich eine Übergangszeit gewesen sein muB von der Geschlechtseinheit zu der Geschlechtstrennung, daß in der Tat ein gewisser Zwischenzustand hat da sein können zwischen jener jungfräulichen Fortpflanzung, bei welcher die Befruchtung eintrat infolge von den in der Erde lebenden Kräften, die zugleich die Befruchtungsstoffe waren, und der anderen Art der zweigeschlechtlichen Fortpflanzung. Diese zweigeschlechtliche Fortpflanzung rückte erst vollständig in der Mitte der atlantischen Epoche heran. Früher war eine Zwischenstufe da. In dieser Zwischenstufe, da fand in einer gewissen Epoche eine Änderung des Bewußtseins statt. Da ging der Mensch in viel längeren Zeiträumen als heute durch einen Wechsel des Bewußtseins. Das war eine Zeit, in der das Bewußtsein besonders stark war, in dem der Mensch sich während der Nacht als geistiges Wesen bei seinen geistigen Genossen erlebte. Das Tagesbewußtsein war dagegen schwach. Diese Bewußtseinslage wechselte mit einer anderen Periode, da das Bewußtsein stark wurde, welches der Mensch hat, wenn er im physischen Leibe ist, und wo das seelische Leben, wenn der Mensch dann nachts den physischen Plan verließ, schwächer wurde. Nun gab es Zeiten der Menschheitsentwickelung, in denen wir eine Übergangsstufe sehen müssen. Da war das Bewußtsein für die physische Welt noch herabgedämpft. Und es war in diesem herabgedämpften Bewußtseinszustande, wo die Befruchtung eintrat. In den Zeiten des herabgedämmerten Bewußtseins, wenn der Mensch herausstieg aus der physischen Welt in die geistige Welt, da fand die Befruchtung statt, und der Mensch merkte sie nur durch einen symbolischen Traumesakt. In einer zarten, edlen Weise empfand er, daß Befruchtung eingetreten war im Schlafe, und nur ein zarter, wundersamer 'Traum, wie der Mensch zum Beispiel einen Stein warf und der Stein in die Erde fiel und dann aus der Erde eine Blume entstand, war im Bewußtsein des Menschen.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Achter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-09-10","location":null,"word_count":296,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/106/1908-09-10/p023","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/106/1908-09-10/p023"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/106/1908-09-10/p023","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}