Zehnter Vortrag

GA 106/1908-09-12/p020 ·1908-09-12 · original (original)
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Die Welt schreitet fort, sie geht ihren Gang. Derjenige, der hineinschauen kann in die Weltenentwickelung, der wählt nicht, der sagt nicht, ich habe mehr Geschmack an diesem oder jenem, der sagt: Das sind geistige Notwendigkeiten, welche Religion ein Volk hat. Und dadurch, daß die europäische Bevölkerung sich in die physische Welt verstrickte, dadurch ist es ihr unmöglich, sich hineinzufühlen in den Buddhismus, sich zu identifizieren mit dem Innersten der Lehre des Buddha. Der Buddhismus konnte niemals eine Menschheitsreligion werden. Für denjenigen, der sehen will, gibt es da keine Sympathie oder Antipathie, sondern nur ein Urteilen nach den Tatsachen. Ebenso falsch, wie es wäre, aus einem Zentrum Asiens heraus, wo noch andere Völker sitzen, das- Christentum ausbreiten zu wollen, ebenso falsch ist der Buddhismus für die europäische Bevölkerung. Keine Religionsanschauung ist richtig, die nicht für die innersten Bedürfnisse der Zeit geschaffen ist; eine solche kann niemals einen Kulturimpuls geben. Das sind Dinge, die man begreifen muß, wenn man die Zusarmmenhänge wirklich verstehen will.

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