Elfter Vortrag
Solche Dinge waren es, die übergingen ins Volksbewußtsein. Nun müssen wir bedenken, daß dieselben Seelen, die heute in unseren Leibern sind, auch inkarniert waren in jener alten Zeit. Denken wir, daß dieselben Seelen gesehen haben alle die Abbilder, die die Eingeweihten gemacht hatten von dem, was sie wußten durch Schauen in der geistigen Welt. Wir wissen, daß dasjenige, was die Seele von Inkarnation zu Inkarnation aufnimmt, immer wieder irgendwie Früchte trägt. Wenn auch der Mensch sich nicht erinnern kann, es ist doch so, daß dasjenige, was heute in der Seele lebt, deswegen in ihr lebt, weil es früher hineingelegt worden ist. Die Seele ist geformt worden diesseits und jenseits des physischen Lebens. Wenn sie war zwischen Geburt und Tod, wenn sie war zwischen Tod und einer neuen Geburt, ägyptische Vorstellungen haben gewirkt: daher sind heutige Vorstellungen aus ihnen entstanden. Heute entwickeln sich bestimmte Vorstellungen aus den ägyptischen Vorstellungen heraus. Nicht aus äußeren Gründen ist entstanden dasjenige, was man heute Darwinismus nennt. Dieselben Seelen sind es, die in Ägypten die Bilder der tierischen Gestalten der Vorfahren des Menschen erhalten haben. Alle die Anschauungen sind wieder erwacht, nur ist der Mensch noch tiefer herabgestiegen in die materielle Welt. Er erinnert sich daran, daß ihm gesagt worden ist: Unsere Vorfahren waren Tiergestalten — aber er erinnert sich nicht, daß das Götter waren. Das ist der psychologische Grund, weshalb der Darwinismus auftauchte. Die Göttergestalten treten in materialistischer Form auf. So besteht ein intimer geistiger Zusammenhang zwischen der alten und der neuen, der dritten und der fünften Kulturperiode.
Cite:
GA 106/1908-09-13/p025 · edition original