{"corpus":"steiner","locus":"GA 107/1908-10-26/p009","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"So können wir sagen: Indem sich der Mensch in die nächste Stufe des Daseins hinaufhebt, ergeben sich ihm Bilder, die wir aber jetzt nicht mehr so anwenden wie unsere Gedanken, so daß wir fragen: Wie entsprechen diese Bilder der Wirklichkeit? Sondern die Dinge zeigen sich ihm in Bildern, die aus Farben und Formen bestehen, und durch die Imagination muß der Mensch selber die Wesenheiten, die sich ihm so symbolisch zeigen, enträtseln. In der Inspiration sprechen die Dinge zu uns, da brauchen wir nicht zu fragen, nicht zu enträtseln in Begriffen, das wäre ein Übertragen der Theorie des Erkennens vom physischen Plan, sondern da spricht das innerste Wesen der Dinge selbst zu uns. Wenn uns ein Mensch entgegentritt, der sein innerstes Wesen uns zum Ausdruck bringt, so ist das anders, als wenn wir einem Stein gegenüber sind. Den Stein müssen wir enträtseln und über ihn nachdenken. Beim Menschen ist etwas, was wir nicht so erfahren, sondern wir erfahren sein Wesen in dem, was er zu uns sagt: Er spricht zu uns. So ist es mit der Inspiration. Da ist es nicht ein begriffliches diskursives Denken, sondern da hört man hin, was die Dinge sagen; sie sprechen selber ihr Wesen aus. Es hätte keinen Sinn, wenn man sagen wollte: Wenn jemand stirbt und ich treffe ihn im Devachan wieder, werde ich da wissen, wen ich da treffe, da doch die devachanischen Wesenheiten anders ausschauen müssen und nicht verglichen werden können mit dem, was auf dem physischen Plan ist? - Im Devachan sagt das Wesen selbst, was es für ein Wesen ist, so wie wenn ein Mensch uns nicht nur seinen Namen sagen würde, sondern wie wenn er fortwährend sein Wesen uns zufließen ließe. Das strömt uns durch die Sphärenmusik zu; ein Verkennen ist da nicht mehr möglich.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"Vierter Vortrag","site_heading":null,"date":"1908-10-26","location":null,"word_count":295,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/107/1908-10-26/p009","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/107/1908-10-26/p009"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/107/1908-10-26/p009","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}