Vierter Vortrag
Was tritt zunächst vor dem Menschen auf, wenn er auf dem Erkenntnispfad aufsteigt von der astralischen Welt zum Devachan oder wenn er den Weg des einfachen Menschen geht und er nach dem Tode hinaufgeführt wird, was erlebt er dann im Devachan? Seligkeit erlebt er! Das, was sich aus den Farbennuancen in Töne herausdifferenziert, das ist unter allen Umständen Seligkeit. Im Devachan ist auf der heutigen Stufe der Entwicklung alles ein Hervorbringen, Produzieren, und in bezug auf die Erkenntnis ein geistiges Hören. Und Seligkeit ist alles Produzieren, Seligkeit ist alles Hören der Sphärenharmonie. Der Mensch wird im Devachan nur Seligkeit, lauter Seligkeit empfinden. Wenn er durch Mittel geistigen Wissens durch die Leiter der menschlichen Entwicklung, die Meister der Weisheit und des Zusammenklanges der Empfindungen, oder aber im Falle des gewöhnlichen Menschen nach dem Tode hinaufgeführt wird: Er wird immer Seligkeit dort erleben. Das ist dasjenige, was der Eingeweihte erleben muß, wenn er so weit gekommen ist auf dem Erkenntnispfad. Aber es liegt in der Fortentwicklung der Welt, daß es nicht bei der bloßen Seligkeit bleiben darf. Das würde nur eine Steigerung des raffiniertesten spirituellen Egoismus bedeuten. Die Individualität des Menschen würde immer nur in sich aufnehmen die Wärme der Seligkeit, die Welt aber würde so nicht weitergehen. So würden Wesen ausgebildet, die sich in sich selbst seelisch verhärten. Zum Heile und Fortschritt der Welt muß daher derjenige, der durch die Übungen in das Devachan hineinkommt, nicht nur die Möglichkeit erhalten, in der Sphärenmusik alle Nuancen der Seligkeit zu erleben, sondern er muß in sich Gefühle des Gegenteils der Seligkeit entwickeln. Wie das Entsagen dem Entbehren gegenübersteht, so verhält sich das Gefühl der Opferung zur Seligkeit, der Opferung, die da bereit ist, dasjenige, was man als Seligkeit erhält, auszugießen, es in die Welt fließen zu lassen.
Cite:
GA 107/1908-10-26/p019 · edition original