Fünfter Vortrag
Es kann aber auch etwas anderes eintreten. Es kann in einem gewissen Grade die Hand durch Entbehrungsprozesse und dergleichen [zurückgehalten] werden von ihrer besonders lebendigen Tätigkeit, und dadurch können ihre Funktionen unterdrückt werden. Das ist ja zum Beispiel der Fall, wenn der Mensch beginnt sich zu kasteien. Da bringt er die früher regen und tätigen Organe des Körpers in gewisser Weise zum Stillstand. Dann entzieht sich zum Beispiel bei der Hand der astralische Teil der Ätherhand. Diese hat dann einen Überschuß an Kräften, sie hat an Aufgaben verloren, trotzdem sie ebenso rege die Tätigkeit fortsetzen könnte. Sie hat auf diese Weise, trotzdem eine eigentliche Verletzung nicht da ist, ihre Aufgabe verloren. Wenn der Mensch sich nun so behandelt, daß er diese überschüssige Kraft in dem Astralleib zu spüren beginnt und sich sagen kann: Ich habe da überschüssige Kraft übrig; vorher habe ich alle Kraft gebraucht, um den physischen Leib zu regulieren, jetzt habe ich den physischen Leib gebändigt. - Er nimmt nicht mehr so viel Kraft in Anspruch - so verspürt der Astralleib die so geartete überschüssige Kraft als Seligkeit. Denn geradeso wie unterdrückte Tätigkeit Schmerz bereitet, so gibt angesammelte Kraft das Gefühl von Seligkeit. Die Möglichkeit, mehr zu tun, als er von vorneherein veranlagt war zu tun, bedeutet für den Astralleib Seligkeit. Dies Bewußtsein einer strotzenden Kraft, die hinaufgehen kann in der Produktion, die von innen heraus dirigiert werden darf, da der äußere Körper sie nicht in Anspruch nimmt: das bedeutet Seligkeit.
Cite:
GA 107/1908-10-27/p008 · edition original