Elfter Vortrag

GA 107/1908-12-21/p007 ·1908-12-21 · original (original)
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Sie verstehen das nur richtig, wenn Sie das, was ich eben gesagt habe, ganz ernst nehmen, daß nämlich Ihr Ich niemals dasselbe ist während der sechzehn Stunden - wenn wir das als die normale Zeit des Wachens annehmen -, daß das Ich während dieser Zeit fortwährend Veränderungen durchmacht, daß es einen Teil eines Kreises beschreibt und dann untersinkt und auch während der Nacht wieder Veränderungen durchmacht, von denen der gewöhnliche Mensch nichts weiß. Diese Veränderungen gehen immer mehr ins Unbewußte bis zu einem Höhepunkt, und dann wird das Ich wieder langsam bewußter. Wir müssen also sagen, daß im Verlaufe von vierundzwanzig Stunden das menschliche Ich fortwährend gewisse Veränderungen durchmacht, deren äußeres Symbolum wir uns als Kreislauf vorstellen, als einen Zeiger, der einen Kreis beschreibt und von Zeit zu Zeit untertaucht in das große Welten-Ich.

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