Elfter Vortrag
Nun mußten diejenigen Geister, die unseren ganzen Kosmos anordneten - denn alles Physische ist ein Ausdruck dieser Wesenheiten -, die äußere physische Bewegung entsprechend den inneren Verhältnissen der Wesenheiten gestalten. Daß die Sonne heute von der Erde umkreist wird in einem Jahre, das kommt her von dem Rhythmus, der dem physischen Leib eingepflanzt wurde, lange ehe die physische Konstellation vorhanden war. Aus dem Geistigen heraus ist also in diesen Himmelssphären das Räumliche angeordnet worden. Der Mond wird herumgeführt um die Erde, weil sein Kreislauf entsprechen sollte dem Kreislauf des menschlichen Ätherleibes, in vier mal sieben Tagen, weil dieser Rhythmus seinen Ausdruck finden sollte in der Mondbewegung. Der verschiedenen Beleuchtung des Mondes durch die Sonne, den vier Mondesvierteln, entsprechen die verschiedenen Rhythmen des astralischen Leibes, und dem Tageslauf der Umdrehung der Erde entspricht der Rhythmus des Ichs. Gerade an dem Rhythmus des Ichs kann man etwas klarmachen, was zwar in aller Geheimwissenschaft immer gelehrt worden ist, was aber heute den Menschen als phantastische Träumerei erscheinen wird, was aber doch wahr ist. Die Erde hat sich in uralten Zeiten nicht um ihre Achse gedreht; diese Achsendrehung ist erst im Laufe der Zeiten entstanden. Als der Mensch auf Erden noch in einem anderen Zustande war, bestand diese Bewegung noch nicht. Das, was zuerst zur Umdrehung angeregt worden ist, das war nicht die Erde, sondern das war der Mensch. Das menschliche Ich war von den Geistern, denen es untertan ist, angeregt worden, sich zu drehen, und das menschliche Ich nahm dann tatsächlich diese Erde mit und drehte sie um sich herum. Die Erdenumdrehung ist die Folge des Ich-Rhythmus. So erstaunlich das klingt, wahr ist es doch. Erst mußten die geistigen Glieder des Menschen, die sich zum Ich heranbildeten, den Antrieb bekommen, sich zu drehen, und dann nahmen sie die Erde mit. Das wurde ja später anders. Der Mensch wurde frei auf der Erde; die Verhältnisse änderten sich, so daß der Mensch von den umliegenden kosmischen Mächten frei wurde. Aber so war es ursprünglich. So sehen Sie, wie alles Physische um uns herum eigentlich ein Ausfluß des Geistigen ist. Das Geistige ist überall das erste. Aus ihm fließen auch alle Lageverhältnisse in der Welt.
Cite:
GA 107/1908-12-21/p013 · edition original