Zwölfter Vortrag

GA 107/1909-01-01/p011 ·1909-01-01 · original (original)
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So können wir sagen: Es gab innerhalb der Menschheitsentwicklung diesen Einfluß Luzifers, dem der Mensch die Möglichkeit des Irrtums, des Bösen verdankt, dem er aber auch seine Freiheit verdankt. Wäre dieser luziferische Einfluß nicht gekommen, so wäre das, was ich eben vor Ihnen besprochen habe, in der Mitte der atlantischen Zeit eingetreten: Der Teppich der Sinneswelt hätte sich ausgebreitet vor dem Menschen, die Mineralien, die Pflanzenwelt, die Welt der Tiere wären sinnlich sichtbar geworden; die Welt der Naturerscheinungen, Blitz und Donner, Wolken und Luft, die Himmelserscheinungen wären dem äußeren Auge vollständig sichtbar geworden. Aber dahinter wären unverkennbar gestanden die göttlich-geistigen Wesenheiten, die auf den Menschen eindringen sollten. Weil vorher der Einfluß Luzifers gewirkt hatte, weil vorher der Mensch in seinem astralischen Leibe diesen Einfluß aufgenommen hatte, deshalb hatte er seit der lemurischen Zeit bis in die atlantische Zeit hinein seinen physischen Leib, der dazumal noch verwandlungsfähig war, so zubereitet, daß dieser physische Leib jetzt das Instrument werden konnte unmittelbar für den Teppich der sinnlich-physischen Welt, der sich hätte so ausbreiten sollen, daß hinter ihm die geistige Welt sichtbar geworden wäre. Und so konnte denn der Mensch die physisch-sinnliche Welt nicht sogleich in der Gestalt sehen, in der sie sich ihm zugleich als eine geistige gezeigt hätte. Da trat an den Menschen heran die Welt der drei Naturreiche, die unter dem Menschen standen. Sie trat heran, die physische Welt, als eine solche, die wie ein Schleier, wie eine dicke Decke unter Umständen sich hinüberlegte über die geistige Welt. So konnte der Mensch nicht durchschauen bis in die geistige Welt; er kann es ja bis heute im Grunde genommen noch nicht.

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Cite: GA 107/1909-01-01/p011 · edition original