4. Die Zehn Gebote
Indem wir uns immer mehr den späteren Kulturepochen nähern, zieht sich sozusagen der Vorhang vor den geistigen Welten immer mehr zu. Immer geringer wird die Zahl der Menschen, die imstande sind, selbst noch in den geistigen Welten Beobachtungen zu machen, und dadurch wurde gegen die vierte Kulturepoche hin eine besondere Art der Verkündigung durch die Eingeweihten notwendig. Einer derjenigen Eingeweihten, der in allen okkulten Künsten der ägyptischen Eingeweihten bewandert war, war Moses; er bewegte sich durchaus frei auf dem Astralplan. Gerade sein Volk war dazu ausersehen, eine gewisse Offenbarung zu erhalten, die imstande war, den Menschen auch dann etwas zu sein, wenn sie nicht mehr in die höheren Welten hinaufblicken konnten. Es gab ja immer Eingeweihte, obwohl ihre Zahl immer geringer geworden war, die direkt oder indirekt von den höheren Welten wußten, weil sie bewußt außerhalb ihres Leibes leben konnten. Der größte Teil des Volkes jedoch mußte sein Leben ganz auf den physischen Plan beschränken. Die Aufgabe, die der Menschheit gegenüber zu erfüllen war in der Zeit, als die Sendung des Moses ihren Anfang nahm, war diese: denjenigen Menschen, die ganz und gar auf den physischen Plan angewiesen waren, eine Offenbarung aus dem Geistigen zu geben, das hinter dem physischen Plane steht, wonach sie ihr Leben regeln konnten. Wie mußte nun diese Sendung des Moses zunächst gestaltet werden?
Cite:
GA 108/1908-12-14/p009 · edition original