4. Die Zehn Gebote
Während der persischen Kultur konnten aber die Schüler des Zarathustra nicht in derselben Weise verfahren. Diese konnten nur noch eine Art von Zusammenhang ihres Volkes mit den unteren Partien des Devachanplanes herstellen. Daher waren sie nur imstande, in Bildern, aber in geistigen Bildern, von dem Übersinnlichen zu sprechen. Sie haben kein sinnliches Bild genommen. Vor allen Dingen sprachen sie ihrem Volke von dem eigentlichen geistigen, guten Wesen, das sie Ahura Mazdao nannten, demjenigen Wesen, das seine äußere Körperlichkeit in der Sonne hat, und mit dem der Mensch sich verbündet gegen den finsteren Geist: Ahriman. Das wurde als ein sinnlich-übersinnliches Bild sozusagen vor die Menschen hingestellt. Die Menschen sollten sich im Bilde vorstellen dieses geistige Lichtwesen. Aber nicht ein fertiges Bild, kein Bildnis sollten sie machen. Allenfalls konnten sie sich diesen göttlichen Ahura Mazdao in einem Vorgange, zum Beispiel im Feuer vorstellen, aber nicht in einem starren, äußeren, sinnlichen Bild. Alles, was sinnliche Bilder, Götterbilder sind, stammt aus einer späteren Zeit. Die alte persische Kultur hatte bildliche Vorgänge, die das Übersinnliche ausdrücken sollten. Das war der Fortschritt.
Cite:
GA 108/1908-12-14/p012 · edition original