4. Die Zehn Gebote

GA 108/1908-12-14/p014 ·1908-12-14 · original (original)
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Für das Volk der Semiten, das durch die Schule des Ägyptertums gewissermaßen hindurchgegangen war, und welches jenes große Ereignis vorbereiten sollte, durch welches das Geistige, der Christus, in die physische Welt heruntergestiegen ist - nicht nur wie Osiris bis zum Astralplan, sondern wie Christus, der auf den physischen Plan gekommen ist -, für dieses Volk durfte weder ein Gott im Gleichnis, im Symbol leben, wie bei dem alten Indertum, noch durfte es einen Gott in einem sinnlich-übersinnlichen Bilde verehren, wie in der persischen Kultur, noch im Bilde einer Astralwesenheit, wie in der ägyptischen Kultur, sondern einzig und allein unter der unsinnlichen Vorstellung des Ich. Alle Bilder, die ursprünglich den alten Indern gegeben waren, um sich das Geistige vorzustellen, waren der physischen Welt, dem Mineralreiche entlehnt; es waren Bilder, welche in physisch-mineralischen Formen ausgeprägt waren. Die Gestalt, unter der die Eingeweihten der persischen Kultur ihrem Volke das Übersinnliche klarmachten, war demjenigen entnommen, was auch in dem menschlichen Ätherleibe lebt, dem Lebendig-Ätherischen, denn auch Ahura Mazdao wurde ihnen sichtbar dadurch, daß er in einer ätherischen Form, der Sonnenaura, sich ihnen kundgab. Osiris war unter einer astralischen Gestalt bei den Ägyptern vorgestellt worden. Diejenige Gottheit aber, die sich dem jüdischen Volk ankündigte, sollte keine anderen Eigenschaften haben als die des Ich, des vierten Gliedes der menschlichen Wesenheit. Unter dem Ich erfaßt der Mensch etwas, was allein zu sich selber «Ich» sagen kann.

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Cite: GA 108/1908-12-14/p014 · edition original