{"corpus":"steiner","locus":"GA 108/1908-12-14/p022","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Zweites Gebot. Du sollst nicht im Irrtum von Mir in dir reden, denn jeder Irrtum über das Ich in dir wird deinen Leib verderben. Da haben Sie direkt die Notwendigkeit des geistig richtigen Gedankens hingestellt, der der eigentliche Schöpfer des richtigen gesunden Leibes ist. Irrtum über das Walten des höchsten Göttlichen in sich erzeugt Siechtum im Leibe im vollsten Maße. Es ist außerordentlich wichtig, einzusehen, daß in diesem zweiten Gebote gesagt wird: «Der Irrtum über das Ich in dir wird deinen Leib verderben.» Es gibt ein späteres Sprichwort: In einem schönen Körper wohnt eine schöne Seele. - Die moderne materielle Menschheit legt sich das zuweilen so aus: Also pflege deinen Körper wohl, dann ist auch eine schöne Seele darin. - Es ist aber so gemeint, daß eine Seele, die in sich kraftvoll ist, dadurch, daß sie aus früheren Inkarnationen etwas mitbringt, was sie durch eine Durchgeistigung der Seele sich erarbeitet hat, der richtige Schöpfer des Leibes ist und einen gesunden, kraftvollen Körper erzeugt. Nicht, daß der Körper die Seele macht; genau das Gegenteil davon ist gemeint. Da sehen wir, daß es manchmal gar nicht so sehr darauf ankommt, einen genauen Wortlaut anzuführen. Eine jede Zeit macht sich, nach den Impulsen, die in ihr leben, eine andere Vorstellung über den gleichen Wortlaut. Je nachdem die Zeit empfindet oder gesinnt ist, wird er so oder so ausgelegt. Damit hat man nicht immer das Richtige erwiesen, daß man auf einen gleichen Wortlaut hinweist, sondern erst dadurch, daß man in die Seele der Zeit eindringt und durch sie hindurch dieses oder jenes Wort zu verstehen sucht.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"4. Die Zehn Gebote","site_heading":null,"date":"1908-12-14","location":null,"word_count":262,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/108/1908-12-14/p022","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/108/1908-12-14/p022"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/108/1908-12-14/p022","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}