4. Die Zehn Gebote

GA 108/1908-12-14/p026 ·1908-12-14 · original (original)
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Hier haben wir nicht das ganz nichtsagende «Ehre Vater und Mutter, auf daß es dir wohlergehe und du lange lebest auf Erden.» Es handelt sich darum, daß er nun auch wirklich nach außen dasjenige tut, was die Taten des Ich fortpflanzt, nachdem der Mensch in sich geistig und, wie wir es fassen konnten, sozusagen auch medizinisch das Göttliche gegründet hat, das in ihm als Tropfen wirkt. Dies vierte Gebot ist sogar ein praktisches Gebot. Es sagt: Sieh hin als Nachkomme auf deine Vorfahren; wenn du als Nachkomme im Gegensatz zu ihnen stehst, kann niemals eine ruhig gedeihlich fortlaufende Entwickelung stattfinden. Wie sich innerlich das Ich durch das Blut überträgt, so muß auch dasjenige, was äußerlich als Besitztum durch das Ich erarbeitet ist, erhalten bleiben. Das starke Ich, das sich gebildet hat, das fließt auf der einen Seite durch das Blut hinunter durch die Generationen; auf der anderen Seite aber soll dadurch, daß man das Ich stark macht, auch auf die äußere Welt gewirkt werden. Es soll bewahrt werden, was ein starkes Ich begründet hat; es soll nicht fortwährend die Entwickelung unterbrochen werden. Wirke fort im Sinne deines Vaters, damit auch äußerlich zusammenbleibt, was dein Vater und deine Mutter durch die Arbeit ihres Ich geschaffen haben. - Das ist es, was Ihnen zeigt, wie nun auch die äußeren Verhaltungsmaßregeln gegeben werden, damit nicht von außen zerstört werde, was, eine neue Kultur schaffend, als Innenimpuls gegeben wird.

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Cite: GA 108/1908-12-14/p026 · edition original