4. Die Zehn Gebote
Erst dadurch können wir in gesunder Weise das Verhältnis von Mensch zu Mensch finden, daß wir den anderen Menschen nicht mißgönnen, was ihnen zu eigen ist. So wird der Mensch neben den Menschen gestellt, daß er in jedem Ich ein Nachbild des göttlichen Ich achte und ehre. Damit war das Wesen der einzelnen Iche untereinander geregelt. Das war einer der größten geistigen Einschläge, die in die Menschheit hereingekommen sind. Noch war das nicht ausgesprochen, was durch den Christus kommen sollte, dasjenige was in dem Worte liegt, daß jeder in sich den Zusammenhang mit dem Vater finden kann. «Niemand kommt zum Vater denn durch mich.» Es war in dieser Gesetzgebung noch sozusagen der Impuls gegeben für das gemeinsame Ich, das durch die Generationen floß. Aber zugleich war gegeben die Vorherverkündigung, daß das Ich nicht nur ein Nachbild des Göttlichen ist, sondern daß Gott selber lebendige Wesenheit in diesem Ich ist. Das Ich ist der Substanz und Wesenheit nach identisch mit seinem Vater.- «Ich und der Vater sind eins.»
Cite:
GA 108/1908-12-14/p035 · edition original