Okkulte Geschichte I

GA 108/1908-12-16/p008 ·1908-12-16 · original (original)
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Welche Grundstimmung diese Kultur hatte, wissen wir schon. Die Schüler der Rishis hatten eine Art von Gedächtnis an alte Zeiten, wie sie drüben in der Atlantis waren, wie sie selbst noch die Genossen und Mitlebenden der Götter waren. Da war die eigentliche Heimat, in der geistigen Welt. Jetzt sind wir in die physische Welt versetzt. Daher finden wir in Indien jene große Sehnsucht nach der geistigen Urheimat der Menschheit. Fremd fühlten sich die Menschen in der physischen Welt. Illusion, Maja, bloßer äußerer Ausdruck des eigentlichen Geistigen war ihnen diese. Daher das Sehnen nach dem Geistigen, daher das Ansehen der physischen Welt als Illusion, Täuschung, Maja. Sie liebten noch nicht die physische Welt, sie sehnten sich noch nach der geistigen Welt. Sie sahen die Sterne, die Flüsse, die Berge, aber das interessierte sie noch nicht. Was sich abspielte zwischen Geburt und Tod, war Illusion, Maja. Sie wußten, daß sie zwischen dem Tod und einer neuen Geburt in der geistigen Heimat lebten. Das war die Grundstimmung der Altinder. Aber sie erlangten fortwährend Kunde und Mitteilung von den geistigen Welten durch die heiligen Rishis, die Schüler des großen Manu. Und es ist gut, wenn wir uns bestimmte Vorstellungen machen von der Natur dieser großen indischen Lehrer. Denjenigen, der eine Ahnung bekommen kann von dem, was geistig vorging damals in dem nördlichen Teil Indiens zwischen den Rishis und ihren Schülern, durchdringt sozusagen ein Gefühl tiefster, heiligster Ehrfurcht, wenn er diesen ersten Ausgangspunkt der nachatlantischen Menschheit beschaut. Es ist kaum möglich, daß sich heute in unserer Zeit, nachdem die Menschen so weit herausgegangen sind auf den physischen Plan und zu einer so materialistischen Denkweise übergegangen sind, daß sich jemand eine gute Vorstellung macht - wenn er nicht immer mehr sich diese Vorstellung durch die Geheimwissenschaft zu erwerben sucht - von der Art des Wissens, wie es der Manu aus der alten atlantischen Zeit von dem Westen nach dem Osten hinüber mitbrachte. Denn wenn es auch vor die Menschen hingelegt würde, das Buch mit den zwölf Kapiteln, in dem der Manu die Urtradition der Erde bewahrt hatte, in dem aufgeschrieben war das, was von Gesetzen verkündet werden konnte in den alten Zeiten, wo die Menschen im Schoß der Götter waren, wenn die Menschen es auch vorgelegt erhalten könnten heute, sie würden nichts verstehen von diesem Buch. Dennoch enthielt es die Anweisungen, die der Manu seinen intimsten Schülern gab, und durch das die sieben heiligen Rishis sich für ihren Beruf vorbereiten konnten.

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Cite: GA 108/1908-12-16/p008 · edition original