{"corpus":"steiner","locus":"GA 108/1908-12-22/p032","lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"text":"Und nun vergleichen wir mit dem, was man bei dem griechischen Tempel empfinden kann, zwei andere Dinge: Stellen wir uns Raffaels Gemälde «Madonna di San Sisto» oder Leonardo da Vincis «Abendmahl» vor! Stellen wir uns jene Bildwerke vor, die geschaffen worden sind nach dem Ereignis von Golgatha, und in die eingeflossen sind die Geheimnisse von Golgatha. Der Mensch kann Seligkeiten empfinden gegenüber diesen Bildern, kann sich damit Wonnen in seine Seele gießen. Und das ist auch bei dem hellseherischen Bewußtsein der Fall, wenn es auf dem physischen Plan durch seine Augen diese Bilder betrachtet. Wenn es sich jetzt hinausversetzt in die geistige Welt, da sagt es sich, obzwar es das Physische nicht mehr sieht: Was ich hinübernehme von dem, was ich bei diesen Bildern erlebe, das ist nicht nur ein Nachklang des Physischen, das sind nicht nur die Wonnen und Seligkeiten, die ich erlebt habe, als ich das alles gesehen habe, sondern jetzt geht mir erst alle die Herrlichkeit auf; ich habe da nur den Keim gelegt zu dem, was ich jetzt erlebe in größerer Herrlichkeit und größerer Glorie! - Man legt in der physischen Welt, wenn man solche Bilder betrachtet, wo die Geheimnisse von Golgatha hineingeflossen sind, nur den Keim zu einer größeren Erkenntnis in der geistigen Welt. Und wodurch kann das alles geschehen? Dadurch kann es geschehen, daß jene geistige Gewalt, die so lange vorherverkündet worden ist, wirklich auf der Erde erschienen ist, daß die Menschheit so weit gekommen ist, daß sie eine Blüte entfalten konnte, innerhalb welcher der Keim des zukünftigen Gottes reifen konnte. Durch das Ereignis von Golgatha ist dem Erdendasein etwas mitgeteilt worden, das nicht nur mitgenommen werden kann in die geistige Welt, sondern das in den geistigen Welten in einer höheren Glorie und höheren Seligkeit aufgeht, und der bedeutsamste Ausdruck ist eben der, der hier schon einmal charakterisiert werden durfte: In demselben Augenblick, als auf Golgatha der physische Leib des Christus Jesus starb, da erschien der Christus bei denen, die dazumal zwischen dem Tode und einer neuen Geburt waren. Er konnte ihnen zuerst verkündigen, was keiner der früheren Eingeweihten, wenn sie hinübergingen in die geistige Welt, verkünden konnte.","text_trust":"verbatim","quote_safe":true,"title":"8. Novalis der Seher Das Weihnachtsmysterium","site_heading":null,"date":"1908-12-22","location":null,"word_count":354,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/108/1908-12-22/p032","alignment_confidence":null,"alignment_reason":null,"two_voice_volume":false,"translation_credit":null,"edition_coverage":{"de":["original"],"en":["English"]},"available_versions":[{"lang":"de","edition":"original","edition_basis":null,"is_original":true,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/de/ga/108/1908-12-22/p032"},{"lang":"en","edition":"English","edition_basis":null,"is_original":false,"is_default_edition":true,"url":"https://anthroposophy.ai/v1/steiner/en/ga/108/1908-12-22/p032","paragraph_aligned":true}],"record":{"record_type":"unknown","scope":"volume","note":"How this text was taken down (shorthand transcript, listeners' notes or manuscript) is not on record here. Unknown is not an assurance of a stenogram: check the edition's own notes before resting an argument on one word.","evidence":null,"evidence_translation":null,"evidence_source":null}}